Stau vorem Gubrist
Letzte Woche waren wir im Nassurlaub in der Surselva. Trotz Dauerregen war es schön und wäre die kleine Tienka nicht krank geworden, wäre es auch bestimmt erholsam gewesen. Auf der Heimfahrt, als Sam das Auto lenkte und die Mädchen auf den Rücksitzen einnickten, berieten wir uns darüber, ob wir eine Pause einlegen wollten. Sam sagte, wir könnten am Walensee halten. Dabei fiel mir auf, dass wir dafür die Autobahn verlassen müssten, was natürlich seit Jahren der Fall ist, aber damals, als wir ALL HENNENSCHISS ins Bündnerland fuhren, weil wir nun mal Bündner sind und es völlig normal ist für Bündner, dass sie dauernd ins Bündnerland fahren, auch oder insbesondere, wenn sie in Zürich leben, damals also, musste man nicht extra die Autobahn verlassen um am Walensee zu halten, damals hielt man sowieso, weil man im Stau stand.
Stau am Walensee ist ja sozusagen ein stehender Begriff und Leute in meinem Alter und/oder älter assoziieren mit Walensee wohl in erster Linie Stau, das Cabaret Rotstift hat das seinige dazu beigetragen. Und als ich so darüber nachdachte, fand ich es fast schade, dass man nun einfach am Walensee vorbeibolzt und meine Töchter vom Stau am Walensee genau gar nix mehr mitkriegen und dann habe ich mir überlegt, an welchen Stau sie sich irgendwann einmal erinnern werden und ich kam zum Schluss, dass es „Stau vorem Gubrist“ wohl sein werde. Das fand ich dann noch mehr schade, weil der Stau vor dem Gubristtunnel noch nicht mal mit Ferien oder Ausflügen verbunden ist sondern ein ganz ordinärer Alltagsstau ist, der, man kann es drehen und wenden wie man will, nur nervt.
So gesehen waren wir doch gesegnet, die, die ihn kennen, den Stau am Walensee.

Neuste Kommentare