Extrem schlaflos
Okay, ich gebe auf. Dann eben nicht. Schlaf wird doch so oder so total überbewertet. Ha!
Also sitze ich morgens um halb neun in meinem Zimmer mitten in Seoul und höre „Echo der Zeit“ von gestern als Podcast in der Hoffnung, dass dieses nicht auch aus dem Glaskasten kommt.
Dumdidum… ich geh‘ mal aufs Klo.
Ich habe festgestellt, dass ich seit gestern optisch mindestens fünf Jahre gealtert bin. Oder heisst es gealtert habe? Egal, was ich damit sagen will, ist, dass aus Sicht der Optik Schlaf vielleicht doch nicht so sehr überbewertet wird. Kann man sagen „Aus Sicht der Optik“? Oder ist das gar sowas wie pleonastisch? Sollte ich also nächste Nacht auch nicht schlafen, sehe ich vielleicht schon zehn Jahre älter aus als gestern und so gesehen würde ich dann endlich mal so alt aussehen, wie ich auch bin. Haaaaahaha. Wenn ich müde bin, wird mein Humor bestechend, ich weiss.
Heute gibt es gar kein morgen, weil doch morgen immer erst ist, wenn man geschlafen hat. Auch wenn es ein Uhr in der Früh ist, ist noch immer heute und nicht morgen. Zuerst muss man schlafen. Wenn man aber nicht schläft, gibt es den morgen nicht und so ist es einfach sehr lange heute, also könnte ich sagen, ich hätte heute dieses und jenes zum Frühstück gegessen, was deshalb komisch wäre, weil ich noch gar kein Frühstück hatte. Himmel, jetzt wird es aber grotesk.
Ich will mich jetzt auch nicht mehr hinlegen, weil ich gegen Mittag verabredet bin und das würde dann nur noch für zwei Stunden Schlaf reichen und ich weiss ja nicht, wie es anderen in dieser Situation ergeht, aber in meinem Fall schlafe ich lieber gar nicht als nur zwei Stunden.
Ich könnte etwas Frühsport treiben. Hihihi. Habe ich schon meinen skurrilen Humor bei Schlafmangel erwähnt? Krass. Trotzdem. Ich gehe jetzt. Kaffee machen.

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