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Mein eigenes kleines Minarettverbot

Nachdem die Mädchen ins Bett gebracht wurden und friedlich vor sich hin schlummerten, sagte ich zu LG, dass ich mit dem Gedanken spiele, ein Gipfeli auf unserem Kamin zu platzieren, jedoch nicht wüsste, wie das zu bewerkstelligen sei, weil sich so ein Schornstein ja per Definition in der Höhe befindet und auch wenn ich eine Leiter hätte, würde ich kaum dort raufsteigen, denn ich, mit meiner Höhenangst hätte schon lange in die Hosen gemacht, bevor ich die dritte Stufe der Leiter erklommen hätte und logisch weiss ich, dass es nicht Gipfeli sondern Halbmond heisst.

Aber LG meinte, es sei schon sehr provokativ und ich meinte, ja – was er denn denke, wieso ich mit dem Gedanken spiele und er sagte, man brauche dafür vielleicht sogar eine Baubewilligung und ich antwortete, dass ich kaum eine Baubewilligung brauche für etwas, das sich innerhalb von drei Minuten wieder entfernen lässt und LG meinte, da sei er sich wirklich nicht sicher und so sagte ich, dass ich dann darauf bestehen müsse, dass mir die Nachbarn ihre Bewilligung für ihre blinkenden/leuchtenden/strahlenden Rentiere/Tannenbäume/Sternen/Pipifatze vorlegten. Klar weiss ich, dass ich dieses Gebäck nicht innerhalb von drei Minuten entfernt hätte, weil ich ja bereits vor der dritten Stufe der Leiter die Hosen voll hätte, aber das habe ich ja schon erwähnt und es ist wirklich mühsam, immer alles zweimal schreiben zu müssen.

Ich habe mir das dann nochmals überlegt und okay, vielleicht verzichte ich auf mein persönliches kleines Minarett. Möglicherweise ist es schon etwas gar provokativ und ich weiss ja auch gar nicht, wer überhaupt wie gestimmt hat und nachdem ich meiner Nachbarin sagte, ich sei praktizierende Ketzerin und würde nicht in die Kirche kommen, kann ich ja auch nicht unbedingt die Islam-Sympathisantin geben, die ich ja auch gar nicht bin. Ich möchte meiner Nachbarschaft bloss den virtuellen Mittelfinger zeigen – mithilfe eines Croissants. Aber eben, nachdem mich eine andere Nachbarin zu einer Tupperware-Party eingeladen hatte und ich sagte, ich könne leider nicht teilnehmen weil ich einen Tag vor der Party auswandern würde, egal an welchem Tag sie die Party veranstalte, sollte ich eventuell auf weitere provokative Aktionen verzichten.

So ein Dilemma.