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Unnötig

Auf facebook gibt es die Gruppe „Ich schäme mich für das Resultat der Minarett-Initiative!“, der ich am Sonntag beigetreten bin, was zugegebenermassen etwas doof ist, aber es geht ja in erster Linie darum zu signalisieren, dass man über das Abstimmungsresultat nicht eben amused ist. Mein Beitritt veranlasste einen facebook-Bekannten, eben diesen zu kommentieren. Er fragte wieso (wohl, wieso ich mich schäme aber vielleicht auch, wieso ich beigetreten bin, wer weiss…) und meinte, Religionen seien auf solche Bauwerke nicht angewiesen, was vereinfacht heisst, dass er Minarette für nicht nötig hält.

Meinungsfreiheit. Demokratie. Okay.

Immerhin haben sich über 50% für die Initiative entschieden, was mich nicht überraschen dürfte, allerdings doch etwas nachdenklich stimmt. Und das absolut schockierendste ist, dass dieser facebook-Bekannte nicht total ungebildet ist. Köppel und Mörgeli ja auch nicht. Offenbar denkt die Mehrheit so.

Heisst das jetzt aber, dass man etwas, nur weil man es für nicht nötig hält, verbieten lassen soll? Das wäre eine tolle Sache, weil es durchaus Dinge gibt, auf die ich persönlich total gut verzichten könnte. Unnötiger Schnickschnack.

Cabriolets mögen lustig sein, sind aber wirklich nicht nötig. Weg damit. Skipisten sehen nicht nur unschön aus, sie bringen mir auch nichts, weil ich nicht Ski laufe. Streichen, Bäume pflanzen. Auberginen, Leber, Kutteln – eklig, verbieten! Mountain Bikes / Wakeboards / Tennisrackets / diverse Sportgeräte sind doch  nicht nötig, denn Gymnastik und Turnen füllt Gräber und Urnen. Vom Markt nehmen und jeden, der ein Sportgerät erwirbt/besitzt anzeigen. Tempolimits weg (hab am letzten Freitag eine Verzeigung kassiert, autsch), Nikotinpflaster abschaffen, Rollrasen zerstören, Weihnachtsdekorationen runternehmen, Armbanduhren verbannen, Honig vernichten. Die Liste wäre unendlich, wenn ich unendlich viel Zeit hätte, sie weiterzuführen.