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Power-Shopping

Ich bin gerade am power shoppen. Halb geschäftlich, halb privat. Geschäftlich, weil ich Koreanische Onlineshops nach Produkten durchkämme. Privat, weil ich bei Kleidern die Grösse meiner Töchter bestelle. Das Potenzial ist riesig. Koreaner nähen wie die irren, qualitativ gut und optisch sehr häufig sehr hübsch.

Aber.

Aus irgend einem Grund haben sie diesen Schriftzug-Tick. Da gibt es wirklich süsse Kleidchen und T-Shirts oder Hüte, die man sofort bestellen und den Kindern anziehen würde, aber dann sticken die in Korea etwas drauf und schon ist die Sache gelaufen. Zum Beispiel “US Navie Seals” oder “I smile you” oder “Happy Bunny Kiss” oder sonstigen falsch geschriebenen Schrott. Und häufig sind auch Namen von fiktiven US-Amerikanischen Universitäten auf die Kleidungsstücke gestickt. Und nun ja, aber – wer möchte/wird/kann hierzulande sowas anziehen, damit macht man sich und seine Brut doch nur lächerlich.

Also kämme ich und kämme ich und kämme ich und am Ende habe ich geshoppt, aber von Power kann keine Rede sein.

Andererseits habe ich kürzlich in der Schweiz etwas für Notschka gekauft, und beim genauen Betrachten habe ich gesehen, dass auf dem Shirt mit dieser uralten geschwungenen Schrift “pretty debil” draufsteht. Ich war entsetzt und habe das Sam erzählt. Er hat sich das Shirt dann auch angeschaut und festgestellt, dass da “pretty devil” steht. Da stand ich dann auch pretty debil da…

Tarife

Die Sache ist die. Ich arbeite in einer kleinen Firma, die ein bisschen Handel mit Südkorea betreibt. Südkorea ist die zehntgrösste Industrienation der Welt. Das haben auch alle mitgekriegt. Oh nein, nicht alle, fast alle. In der Schweiz wird die Koreanische Währung nicht gehandelt, weshalb es ziemlich schwierig ist, einen Betrag in Koreanischen Won nach Korea zu überweisen. Es könnte also eine Lösung sein, in Korea ein Bankkonto zu eröffnen um dieses vorgängig ein bisschen zu füllen und die ungeraden Beträge in Koreanischen Won von da aus zu überweisen. Aber wahrscheinlich kann man nicht einfach in Seoul in eine Sparkasse gehen und mal husch ein Konto aufmachen. Deshalb habe ich also abgeklärt, wie so etwas anzugehen ist und es ist erstaunlich einfach.

Man nehme einen Originalauszug aus dem Handelsregister. Dieser lasse man mit einer Apostille versehen. Diese Apostille wird vom Pass- und Patentamt auf der Rückseite des Auszuges gemacht um zu bestätigen, dass das Handelsregisteramt befugt ist, den besagten Auszug auszustellen. Aaaaaha.

Man reiche den HR-Auszug mit Apostille auf der Rückseite der Botschaft der Republik Korea im Original ein, zwecks Legalisation. Oder Legitimation? Egal. Also die Embassy of the Republic of Korea legalisiert das Dokument innerhalb eines Arbeitstages ebenfalls auf der Rückseite.

Ob das Bankkonto damit tatsächlich eröffnet werden kann, werden wir irgendwann sehen. Hier aber noch als Auflistung die Kosten der Dienstleistungen.

Auszug aus dem Handelsregisteramt, CHF 30.00

Apostille des Pass- und Patentamtes, CHF 45.00

Legalisierung der Koreanischen Botschaft, CHF 4.80