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Ich, Banausin

Anlässlich des Hinscheidens von Jeanne-Claude habe ich einmal mehr festgestellt, dass ich für diese Art von Kunst null Verständnis habe. Ich meine das nicht ganz so negativ, wie man das jetzt verstehen könnte, ich verstehe die Kunst einfach nicht, was nicht heisst, dass sie meines Erachtens keine Berechtigung hätte. Sie darf sein, sie berührt mich einfach nicht.

Und obwohl diese Kunst offenbar extrem kunstig ist – nicht umsonst heisst Jeanne-Claude Jeanne-Claude, man muss sich einen Namen verdienen, der so ganz ohne Nachnamen auskommt (auch wenn ich es immer verwirrend finde, wenn Frauen „Claude“ und Männer „Maria“ heissen, aber das ist ja wohl ein anderes Thema) und weil man diese Dame nur unter Jeanne-Claude kannte, impliziert das sozusagen, dass sie grosse Kunst machte. Obwohl ich eigentlich diese Verpackerei immer nur mit Christo verband. Im Herbst Pflanzen einpacken geht kaum ohne entsprechenden Spruch über Christo. Ich habe aber immer gesagt: „Christo war da“, nie „Jeanne-Claude war da“.

Aber zurück zur Sache.

Was also ist denn jetzt Kunst? Ich bin da ganz einfach gestrickt. Wenn jemand einen Vogel und/oder Apfel und/oder sonst was einfach so aus dem Gedächtnis heraus gut malen kann, finde ich, dass der Mensch künstlerisch begabt ist. Weil er etwas kann, was die wenigsten Menschen können. Wenn jemand einen Marsch komponiert, trifft das auch zu.  Aber sonst..?

Dieses Einpacken von Dingen, ich fand das jeweils ganz lustig. Huch, der Reichstag ist weg, wo ist er wohl? Ahaaa, lass uns mal unter diesen Tüchern nachgucken. Hahaha.

Ich bin so eine grosse Banausin. Und ich lebe so gut damit.