White Wedding
Geld macht nicht glücklich, sagt man. Das kann schon sein. Das, was man sich damit ermöglichen kann, macht unter Umständen aber durchaus glücklich. Deshalb würde ich das Vermögen der Royals nicht unbedingt ablehnen, auch wenn ich übertriebenen Reichtum eher abstossend finde und den Verdacht habe, dass die Sorgen, man könnte Geld verlieren, das Glück, welches man sich ermöglicht hat, sehr schnell in den Schatten stellen können. Aber unter dem Strich, ich würde Kates Kohle nehmen. Ich würde aber um nichts in der Welt mit ihr tauschen wollen.
Heute heiratet die Arme. Ich weiss nichts über sie, verfolge die Blaublüter nicht am Fernsehen, lese keine Gala und keine Glückspost und sowieso gehen mir diese Adeligen irgendwie am Allerwertesten vorbei. Trotzdem hoffe ich für das Mädchen, dass heute alles glatt läuft. Wäre ich Kate, würde der Tag so ablaufen.
- Zuerst würde ich verschlafen. Mein tiefer Schlaf ist legendär.
- Während des Aufstehprozesses würde ich stolpern und mir etwas blutig schlagen.
- Über Nacht wären mir mindestens ein Pickel plus ein paar Fieberbläschen gewachsen.
- Seit der Anprobe des Hochzeitskleides hätte ich sieben Kilo zugenommen.
- Die Sicherheitsnadeln, die das Kleid zusammenhalten, würden aufspringen und mir die Haut zerkratzen.
- Im Auto würde mir schlecht.
- In der Kirche müsste ich während der Zeremonie aufs Klo. Dringend.
- Ich hätte vergessen, was “Ja” auf Englisch heisst. Wohingegen “no”, “maybe” und “are you serious” leicht über die Lippen käme.
- Ich würde vierzehnmal über den Schleier fallen.
- In der Kutsche würde mir schlecht.
- Bei Apero würde mir ein Salznüssli und/oder Chip und/oder Glas in den Ausschnitt fallen.
- Beim Essen würde mir das Messer runterfallen. Danach würde ich Schluckauf kriegen.
Gut, dass ich heute am Computer sitze und keine Katastrophe anrichten kann. Oh – war das der Feueralarm?

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