Am Flughafen
Obwohl ich nicht häufig verreise, kommt es mir doch so vor, als sei ich dauernd auf Flughäfen am warten. Und das ist freilich keine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Aber weil Koreanair ganz offenbar keinen Vorabend-Checkin (mehr) anbietet, musste ich gestern ziemlich früh vor Ort sein. Und weil ich Flughäfen nicht so sehr mag, war ich ziemlich bald am Gate und zählte die Minuten. Ich war leider nicht allein. Da war noch die Familie mit den zwei total verzogenen Jungs, die mit den blauen Flughafenwägeli Fangis spielten und dauernd irgendwo reinputschten. Ich habe mir ehrlicherweise ein kleines bisschen gewünscht, dass einer von Beiden mich ein munziges bisschen streift – leider haben sie’s auch ohne geschafft. Und dann war da noch die junge Koreanerin, die stellvertretend für alle Koreaner – egal ob jung oder alt – einen Handgepäck-Nachzieh-Koffer, eine Tasche, die sie am ausgezogenen Griff des Handgepäck-Nachzieh-Koffers eingehängt hatte, ein Beautycase, eine normale Handtasche, einen Rucksack und drei Plastiksäcke dabei hatte. Auch wenn ich mich bemühe, tolerant zu sein, sowas nervt mich. Es würde mich viel weniger nerven, wenn diese Koreaner wenigstens imstande wären, ihre Reisegepäckstücke zu tragen, aber sie streifen sie dauernd noch irgendwo nach, putschen in andere Menschen, drücken sie mir ins Gesicht. Aber weil eben alle Koreaner so sind, nehmen sie es sich gegenseitig nicht übel. Ich aber sass da und wurde immer grantiger. Ich beobachtete ausserdem die junge Frau mit dem ca. 2-jährigen Jungen, der auch tat, was er wollte. Und bevor wir das Flugzeug betraten, sah die Frau aus, als hätte sie bereits ihre Geduldsreserven anzapfen müssen. Und dann endlich kam die Cabin-Crew. Engelsgleich kamen die Frollein Schtewardessen wie Feen angeflogen. Es waren ungefähr acht. Plus ein Pferd. Ehrlich. Ich war schockiert. Sie hatten eine dabei, die aussah wie ein fleischgewordener Witz. Die war zu gross, zu fleischig, zu hässlich, zu penetrant. Sie sah aus wie Tony Curtis als Josephine. Wahrscheinlich war sie gar nicht so unhübsch, aber neben den anderen Koreanischen Grazien sah sie aus, als hätte sie sich verlaufen und den Anschluss an ihre Quantas-Gspänli verpasst. Die Zeit verging dann doch noch. Über die elf Stunden im Flugzeug möchte ich gar nicht erst anfangen zu schreiben. Jetzt bin ich da, habe mich auch schon übergeben, was zu einem interessanten Ritual zu werden scheint und warte, bis ich irgendwann einschlafen kann.

Neuste Kommentare