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Winterspiele

Auf facebook gibt es eine Gruppe, die sich „The Olympic Games“ nennt, von der man Fan werden kann. Soweit so gut. Heute wurde dort die Frage gestellt, auf welche Bewerbe man sich bei den kommenden olympischen Winterspielen in Vancouver besonders freue. Innerhalb von zwei Stunden gab es 1‘424 Kommentare.

Viele davon finden Eiskunstlaufen spannend. Und die alpinen Skirennen. Hockey auch, sogar Curling! Auffällig oft kam noch der Begriff „Luge“ von dem ich – ich gebe es zu – zuerst mal nachschauen musste, was der überhaupt bedeutet. Rodeln. Ja, finde ich auch unglaublich spannend. So spannend, dass ich es kaum ertrage, es zu sehen…

Dann gibt es noch die total originellen Fans, die alles extrem total spannend finden, solange Amerikaner mitmischen. Ich gehöre nicht dazu.

Und dann gab es noch diesen Kommentar eines Mannes, den ich rein optisch der Karibik zuordnen würde, der „high jump“ schrieb. Ich würde sagen, er oder ich haben da etwas falsch verstanden. Trotzdem fand ich ihn irgendwie am sympathischsten.

Federer on Facebook

Roger Federer ist auf Facebook. Er hat über drei Millionen Fans und ich bin einer davon. Das ist eine tolle Sache, weil man à jour bleibt. Er hat die Geburt seiner Zwillinge auf Facebook vermeldet und ich war schon ganz früh auf, weil ich ja zwei kleine Töchter habe, und deshalb habe ich total früh mitgekriegt, dass er jetzt auch zwei Töchter hat. Krass. Unsere Töchter kamen sogar in ein und derselben Klinik zur Welt.

So.

Alles toll. Im ernst, ich find das eine gute Sache. Aber – worüber ich mich etwas wundere, ist das ausgeprägte Mitteilungsbedürfnis seiner Fans. Wann immer Roger etwas schreibt, gibt es 0, plötzlich Abertausende, die seine Aussagen mögen und den „Like“-Button drücken und ebenso viele, die einen Kommentar posten. Und die, die etwas schreiben, kriegen von jedem, der auch etwas schreibt, ein Avisierungsmail, was ich schon bei den eigenen Posts grenzwertig finde, aber Roger Federer und die Mitteiler werden ja regelrecht zugespamt und es ist eigentlich nur zu hoffen, dass Roger nicht seine echte Roger-Federer-E-Mail-Adresse eingegeben hat.

Ausserdem frage ich mich schon, ob alle die, die ein „super, weiter so Roger“ oder „Alles Gute, Roger“ tatsächlich glauben, dass Roger Federer jede einzelne Mitteilung auch liest.

Wenn es nicht Roger Federer wäre, den ich echt gut finde und mag (was ich jetzt über z.B. Patty Schnyder oder Edith Hunkeler nicht so uneingeschränkt sagen könnte) und über den ich finde, dass er die Sportschweiz wenigstens würdig vertritt (meistens) würde ich zu gerne einmal eine Mitteilung mit dem Inhalt „Pissnelke“ (obwohl ich ihn nicht pissnelkig finde) oder „wieso hast Du eigentlich diese Mirka geheiratet“ (was ich mich echt frage) oder „findest Du nicht, es wäre einmal Zeit, den Grand Slam zu gewinnen“ (was ja alle denken) oder ähnliches schreiben.

Aber ich mit meinem Glück … das käme dann so raus, dass Roger Federer einmal im Leben 30 Sekunden freie Zeit hätte und diese nutzen würde um etwas im Facebook zu schmökern und natürlich genau meinen Kommentar lesen würde und wie stünde ich dann da..?

Hmm. Sehr verlockend, wirklich sehr verlockend.