Bisi

March 25th, 2010 Diva 1 comment

Momentan vernachlässige ich diesen Blog ein wenig, weil ich gerade schampar bisi bin. Ich bin gerade dabei zu versuchen, ein Produkt in Korea produzieren zu lassen und es dann zu importieren. Und das ist schwierig. Manchmal auch lustig. Aber vor allem nervenaufreibend. Und oft mühsam. Hie und da unglaublich. Und momentan gerade etwas frustrierend. Aber auf jeden Fall ist das der Grund, weshalb ich für andere Dinge im Leben gerade etwas wenig Zeit habe.

Hie und da aber bin ich am warten, wie jetzt gerade. Und dann fange ich an zu tippen, obwohl ich gar nicht weiss, worüber ich etwas schreiben soll. Denn es passiert nicht viel in meinem Leben. Gestern zum Beispiel, war ich mit den Mädchen bei meiner Schwiegermutter, was unspektakulär war. Als wir auf dem Spaziergang bei einer älteren Frau vorbeikamen, die mit meiner Schwiegermutter zu plaudern begann und sich über Brot, welches am Boden herumlag aufregte, sagte ich, eventuell seien Hänsel und Gretel hier durchgekommen. Aber keiner der Anwesenden verstand den Witz. Zu alt oder zu jung. Wahrscheinlich muss ich bei dieser Frau von nun an mit dem Prädikat „durchgeknallt“ leben, was ich gut kann.

Und heute muss ich auf den Sanitärinstallateur warten, der anfangs Woche einen Termin verlangt, ihn aber nie bestätigt hat, weshalb ich jetzt nicht weiss, ob er vorbeikommt oder nicht. Ich könnte natürlich einfach weg gehen, und, falls er dann vor verschlossener Tür steht, hinterher sagen, er hätte den Termin ja nicht bestätigt, aber es liegt uns eben viel daran, dass die Sache erledigt wird. So ist es ja immer mit den Sanitärinstallateuren.

Dumdidum. Ich merke gerade, dass ich gar nicht so bisi bin, weil ich warte warte warte. Ich könnte viele Dinge tun, aber ich bin zu müde/träge/unmotiviert, deshalb tue ich so, als müsste ich warten um weitermachen zu können. Armselig, irgendwie. Na dann mache ich halt doch weiter. Los.

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Finnisches Nachtleben

March 12th, 2010 Diva No comments

Soeben schaue ich Tagi online etwas durch und stolpere über den Artikel „Simon Ammann juhli kosteassa yössä“. Ich habe nicht die geringste Ahnung, was das heissen könnte, weil ich leider nicht Finnisch sprächätärä.

Tagi online aber berichtet von einer Zeitung namens Savon Sanomat, die wider Erwarten weder über Seifenherstellungstechniken noch über Gesundheitsmaschinerien schreibt, sondern etwas über Simon „se overflyer“ Ammann. Dieser und Andreas „se poor swine“ Küttel hätten sich in Kuopio, mit 90‘000 Einwohnern immerhin die achtgrösste Stadt des Landes, ins Nachtleben gestürzt.

Ich will nun niemandem zu nahe treten und ich will auch nicht behaupten, die Seifenzeitung lüge, aber ich war schon mal in Kuopio. Mehrmals. Ich weiss nicht, wo sich die 90‘000 Einwohner von Kuopio im Winter verstecken, aber ich und meine Reisegspänli waren schon froh, wenn wir in Kuopio 90 Menschen am Tag begegnet sind. Wo sich die anderen 89‘910 Kuopianer rumdümpelten, entzieht sich bis heute meinen Kenntnissen.

Weiter weiss Savon Sanomat, dass Ammann und Küttel dem Konzert von verschiedenen ehemaligen Skispringern beigewohnt haben. Von Jussi Hautamäkki, Olli Happonen und Ville Kantee. Letzerer hat sich dieselbe wohl gegeben. Kreiiiisch! Wie skandalös! Zwei Schweizer feiern in Kuopio und dort steppt bekanntlich der Bär.

Am Ende gibt es dann doch noch eine Übersetzung von juhli kosteassa yössä. In feuchtfröhlicher Nacht feiern, heisst das. Sage nicht ich, sagen DIE. Ich kann das ja noch immer nicht glauben. Damals war in Kuopio gar nichts feucht und fröhlich noch weniger. Nur Nacht. Knapp 20 Stunden täglich.

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Haarige Sache

March 9th, 2010 Diva 2 comments

Normalerweise führe ich ein mehr oder weniger ruhiges und meist sorgenfreies Leben auf dem Lande. Hie und da ereignen sich Dinge, die mein Nervenkostüm ein wenig strapazieren. Zum Beispiel Schnee und Temperaturen von minus 10° im März. Sonst aber schlägt der Adrenalinpendel auffällig selten aus. Bis auf die Tage, an denen ich mich für einen Coiffeurbesuch entscheide. Gestern war so ein Tag.

Es hatte in erster Linie damit zu tun, dass Notschka dringend einen Haarschnitt benötigte, weil ihr die andere Coiffeuse, bei der sie mit meiner Schwiegermutter im Dezember war, so etwas wie einen Rundschnitt verpasste, was ja lustig sein mag bei kleinen Kindern. Allerdings nur bei anderen kleinen Kindern. Ich liess mir also einen Termin geben für meine Tochter und … ach was, setze ich mich doch auch gleich hin, wenn wir schon mal da sind…

Gestern, als ich auf dem Coiffeurstuhl sass, fand ich es noch okay. Gestern war aber eben auch Montag. Gestern dachte ich mir nichts dabei, die Haare hinten im Nacken etwas länger und vorne etwas kürzer zu tragen, Vokuhila, sozusagen. Gestern schmierte mir die Coiffeuse auch reichlich Haargel ultra-extrem-total-krass-strong in die Haare.

Nachdem Notschka und ich daheim geduscht hatten, fand ich es schon nicht mehr ganz so nett. Und heute nach dem Aufstehen erinnert mich mein Spiegelbild frappant an den Haarschnitt einer ziemlich androgynen (mit leichtem Hang zum männlichen) Leichtathletin mit Leistungsspitzen im Hammerwerfen und/oder Kugelstossen und/oder Speerwerfen mit Herkunft DDR oder Tschechoslowakei oder Kasachstan oder etwas anderem HINTER dem Vorhang. Und damit keine Missverständnisse aufkommen. Ich meine die andere Frisur. Nicht die Dauerwelle mit Coupe Soleil. Da ich nun aber ausgeprägte Asiatische Merkmale habe, könnte es auch der Haarschnitt einer chinesischen Gewichtheberin sein.

Und Notschka trägt jetzt einen schönen Pagenschnitt. Ich wünschte, ich könnte mit ihr tauschen.

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Gut gebrüllt

March 2nd, 2010 Diva 2 comments

Eines voraus. Ich mag Simon Ammann. Und ich habe grossen Respekt vor seinen Leistungen. Doppel-Doppel-Olympiasieger, das klingt ja auch wirklich-wirklich toll.

ABER

Seine Brille. Offenbar wollen Billionen-Tausend Menschen weltweit dieselbe Brille kaufen. Hey voll cool, hey. Gross ist sie. Weiss umrandet. Und – man möge mir das vergeben, ich muss es einfach sagen – sie sieht einfach voll doof aus.

So ein Gebrüll zu tragen finde ich irgendwie lachhaft. Obwohl, wenn jemand ein Recht auf Peinlichkeit hat, dann bestimmt ein Mensch wie Simon, der soviel erreicht und gewonnen hat. Fragt sich bloss, wieso es niemanden gibt, der Simon genug mag um ihm zu sagen, dass er sich keinen Gefallen macht damit. Ausser, er findet das Prädikat „lustig“ nicht beunruhigend, wenn es um optische Merkmale geht.

Klar werden jetzt viele Menschen denken, ich sei oberflächlich und es komme schlicht nicht auf das Aussehen eines Spitzensportlers an und ich muss sagen, dass diese Leute recht haben damit, denn es spielt wirklich keine Rolle. Trotzdem finde ich, dass man sich auch nicht so leicht der Lächerlichkeit preisgeben sollte. Doppel-Doppel-Olympiasieger hin oder her. Und was meine Oberflächlichkeit angeht .. pffts – mir doch egal, solange ich keine solche Brille tragen muss.

Vielleicht bin ich auch einfach nur Olympiageschädigt. Es ist vorbei. Darios Sturz tut noch immer weh. Aber bis Sotschi wird das wieder.

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Ach Dario

February 28th, 2010 Diva No comments

Das hier, das wird sowas wie eine Liebeserklärung. Eine an Dario Cologna. Denn ehrlich gesagt hatte ich in meinem Leben Freunde, für die ich weniger Mitgefühl empfand als momentan für Dario.

Aber mal von vorne.

Vorher fand an den Olympischen Winterspielen der 50er der Männer statt. Das ist sozusagen die Königsdisziplin. Sie wurde in der klassischen Technik ausgetragen. Dario Cologna, unser Trumpf aus dem Val Müstair (wir Bündner halten so oder so immer zusammen) war von Anfang an gut dabei.

Alles klappte, auch die Skiwechsel, was gar nicht so selbstverständlich ist, ich erinnere nur mal an Jean-Marc Gaillard, der nach dem Wechsel zuerst noch das Skiband (zum Zusammenhalten der Skier) vom Ski klauben musste. Ich könnte mir vorstellen, dass sich das Verhältnis von Jean-Marc und seinem Servicemann momentan in einem etwas frösteligen Stadium befindet, aber was interessieren mich die Franzosen. Zurück zu Dario.

Dario lief gut. Schön. Clever. Und viele fieberten mit. Man konnte dem Rennende gelassen entgegen sehen, denn Dario machte auch nach 40 Kilometern noch einen frischen Eindruck. Aber logo war ich trotzdem nah am Herzinfarkt, denn ich fiebere immer mit. Auf jeden Fall bei den Kunstturnern und den Genossen im Ski nordisch (nicht, dass ich Sportarten wie Bob oder Skeleton oder Rodeln oder Curling nicht auch extreeem spannend fände (als ich allerdings gehört habe, wie der Bronze-Curler Jan Hauser im Interview sagte, er habe sich vorgenommen, aggressiv zu spielen, fand ich das schon irgendwie seltsam)). Ich schweife ab. Zurück zum 50km Langlaufrennen. Es war gut. Und niemand schien sich Sorgen zu machen. Auch nicht, als Dario bei Kilometer 47 anfing, seinen Arm zu schütteln. Wenn er zum Sieg läuft, kann er das auch mit schlafendem Arm tun, finde ich. Wer bin ich denn, seine Extremitäten zu kritisieren.

Und dann, weniger als einen Kilometer vor dem Ziel drückten die Mitstreiter aufs Tempo. Und noch immer war alles im grünen Bereich, die Medaille zum Abholen schien bereitzuliegen. Nur noch die letzte Zielkurve. Go Dario. Achtung ein Schwede links! Und dann. Ich mag es gar nicht schreiben.

Ich war sprachlos. Ich schlug mir die Hand vor den Mund. Vor die Augen. An die Stirn. Mir war schlecht. Mein Puls raste.

Ich glaube, Jeannine (ja ja, DIE Jeannine) und Reto ging es ähnlich.

Was soll ich hier also schreiben. Sometimes, things don’t go the way they suppose to. Was für eine verdammte Scheisse.

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