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Archive for the ‘gedanken-gut?’ Category

Folienputz

December 19th, 2009 Diva 1 comment

Da, wo ich aufgewachsen bin, hat es einen Hügel bzw. Pass bzw. Berg, der sich zum Schlitteln sehr anbietet. Allerdings ist der Reiz des Schlittelns am Hausberg irgendwann etwas verblasst und gerade während der adoleszenten Phase gibt es andere Reize, denen man offener gegenübersteht.

Nun ist die Sache ja aber die, dass der Winter einmal im Jahr kommt und mit ihm auch der Schnee (als ich jung war, hatten wir noch viel viel Schnee im Unterland, von global warming war noch nichts zu hören, damals sorgten die Borkenkäfer für die Sorgenfalten der Grünen). In unserer Schule löste das insbesondere bei den Lehrern den Schlittelreflex aus, welchen ich und ein paar meiner Schulfreundinnen – namentlich Mona, Nina und Fiona – noch nicht mal im Entferntesten spüren konnten. Wir gaben uns also aufmüpfig, sodass der Lehrer sich einverstanden erklärte, uns mit einer anderen Aufgabe zu betrauen, währenddessen die bubigen Schüler dem Schlittelplausch frönten. Wir waren um die 15 Jahre alt, vier Mädchen mit dem Coolnessfaktor 100+.

Die Aufgabe des Lehrers war ziemlich einfach. Es gab einen Hellraumprojektor, dazu eine Folie und eben diese Folie musste geputzt werden. Mit Wasser und an den hartnäckigeren Stellen mit Nitroverdünner, Kanister anbei.

Klar hatten wir es lustig, lästerten, machten Witze, assen Süssigkeiten und hörten wahrscheinlich Nik Kershaw und/oder Kim Wilde und alles hätte ein gutes Ende nehmen können, wenn nicht eine von uns (ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es nicht war) auf die glorreiche Idee gekommen wäre, den Nitroverdünner auszuleeren und die Folie ratzfatz durch das entstandene Seelein zu ziehen.

(Ich kann das Stirnrunzeln der Leser ja fast schon sehen).

Die Sache ging tip top voran, bis jemand merkte, dass da, wo das Seelein war, ein See entstand, weil der Nitroverdünner den Bodenbelag angriff und schon eine grosse Delle entstanden war. Clever wie wir waren, holten wir Wasser. Denn Wasser neutralisiert. Wir brauchten viel Wasser, weil sich der Verdünner schon richtig durch den Boden frass. Also holten wir viel Wasser. Aber es half nichts, der Boden-aufätz-Prozess liess sich nicht aufhalten. Und so taten wir das, was man in solchen Situationen tunlichst nicht tun sollte. Wir liessen einfach alles so, wie es war und hauten ab.

Ich weiss nicht mehr ganz genau, wie es weiterging, ich kann mich aber noch erinnern, dass wir ein telefonisches Aufgebot bekommen haben, uns anderntags etwas früher in der Schule einzufinden…

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Falscher Witz

December 18th, 2009 Diva 1 comment

Es ist halb vier Uhr am Morgen. Ich habe mich um eins hingelegt, bin ziemlich schnell eingeschlafen und vorhin – ping – hellwach im Bett gelegen. Das kann ja heiter werden. Und gerade eben kam mir etwas in den Sinn. Nämlich, dass ich an einem Anlass, der vor ein paar Monaten stattfand, so richtig herzhaft lachen musste und das kam so:

Ich war zu einem Anlass eingeladen, an dem sich ein paar Leute trafen, die sich von früher kannten. Wie das so ist, liegen an solchen Orten auch öfter mal Bilder auf von den Teilnehmern. Bilder, von denen man gehofft hatte, dass sie nie gemacht wurden und wenn doch, dass sie vernichtet wurden und wenn nicht, dass sie wenigstens im alten Schuppen gelagert wurden, der vor 12 Jahren abbrannte. Oder so.

Wir standen also so da, Simone, Sue, Rahel, Jeannette, Christian, Philippe und so weiter, als Jeannette auf einmal sagte, da läge ein Foto ihrer Schwester.

„Das bin nicht ich“, sagte sie „das ist Nanette“, worauf ich wirklich heftig lachen musste und zu Simone, die gerade neben mir stand, sagte, warum die denn ihre Töchter Jeannette und Nanette tauften, aber Simone fand das nicht komisch. Sie verstand mich erstens kaum, weil ich ja vor lauter Lachen keinen geraden Satz stottern konnte und als sie es endlich verstand, sagte sie, Jeannette heisse ja gar nicht Jeannette sondern Jeannine, worauf ich noch mehr lachen musste, denn sie hatte natürlich recht, Jeannette gab es gar nicht.

Ich lachte also und lachte und fand es total doof, dass Jeannine gar nicht Jeannette hiess, weil das bedeutete, dass ich über etwas lachte, das völlig absurd war.

Und ausser mir fand das auch niemand sonst komisch. Wie so oft.

Aber ich, ich lache immer noch, obwohl dieses Treffen mittlerweile acht Monate zurück liegt.

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Kerze nach Libyen

December 17th, 2009 Diva No comments

Es gehört ja gegenwärtig zum guten Ton, zwei Kerzen für die Geiseln in Libyen anzuzünden. Ich finde diese Geste auch wirklich schön, aber es erinnert mich an eine kleine Anekdote aus meinem Leben.

Vor ungefähr zwanzig Jahren waren im Libanon Leute des IKRK gekidnappt worden, was meine Mutter dazu veranlasste, eine Kerze auf dem Balkon anzuzünden. Es war ebenfalls in der Vorweihnachtszeit und eines Tages, als sich jemand für einen Besuch anmeldete, bereitete meine Mutter ein Tiramisu vor und stellte es auf den Balkon um es kühlzuhalten. So stand also dieses Tiramisu einträchtig neben der Kerze für die Geiseln im Libanon. Es war eine Kerze, wie man sie am 1. August anzündet, in einer roten Plastikschale. In der darauffolgenden Nacht kam ein Sturm auf und meine Mutter, besorgt um das Tiramisu, suchte sich einen Gegenstand, um das wertvolle Dessert zudecken zu können. Sie kramte also in meinem Zimmer herum und fand einen grossen Kartonumschlag, den sie – ohne vorher einen Blick hinein zu werfen – auf das Tiramisu legte.

Logisch fing der Karton Feuer. Logisch brannte der Karton und mit ihm der halbe Balkon ab. Logisch war es Glück im Unglück, dass sonst nichts passiert ist, allerdings wurde meine ziemlich religiöse Mutter schon etwas bleich, als ich ihr sagte, dass sich mein Konfirmationsspruch in diesem Umschlag befand.

Sie beichtete die Geschichte kurz darauf dem Pfarrer, der selbstverständlich versprach, ein neues Bild mit Spruch zu fertigen, dafür müsse er einfach wissen, um welchen Spruch es sich gehandelt habe.

Jawohl. Danke. Mist..!

Ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht mehr erinnern, wie die Geschichte weiterging. Ich habe auch keine Ahnung, ob ich diesen Spruch wieder/noch habe. Aber ich bin auf jeden Fall vorsichtig mit Kerzen für Geiseln.

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Mein eigenes kleines Minarettverbot

December 11th, 2009 Diva 2 comments

Nachdem die Mädchen ins Bett gebracht wurden und friedlich vor sich hin schlummerten, sagte ich zu LG, dass ich mit dem Gedanken spiele, ein Gipfeli auf unserem Kamin zu platzieren, jedoch nicht wüsste, wie das zu bewerkstelligen sei, weil sich so ein Schornstein ja per Definition in der Höhe befindet und auch wenn ich eine Leiter hätte, würde ich kaum dort raufsteigen, denn ich, mit meiner Höhenangst hätte schon lange in die Hosen gemacht, bevor ich die dritte Stufe der Leiter erklommen hätte und logisch weiss ich, dass es nicht Gipfeli sondern Halbmond heisst.

Aber LG meinte, es sei schon sehr provokativ und ich meinte, ja – was er denn denke, wieso ich mit dem Gedanken spiele und er sagte, man brauche dafür vielleicht sogar eine Baubewilligung und ich antwortete, dass ich kaum eine Baubewilligung brauche für etwas, das sich innerhalb von drei Minuten wieder entfernen lässt und LG meinte, da sei er sich wirklich nicht sicher und so sagte ich, dass ich dann darauf bestehen müsse, dass mir die Nachbarn ihre Bewilligung für ihre blinkenden/leuchtenden/strahlenden Rentiere/Tannenbäume/Sternen/Pipifatze vorlegten. Klar weiss ich, dass ich dieses Gebäck nicht innerhalb von drei Minuten entfernt hätte, weil ich ja bereits vor der dritten Stufe der Leiter die Hosen voll hätte, aber das habe ich ja schon erwähnt und es ist wirklich mühsam, immer alles zweimal schreiben zu müssen.

Ich habe mir das dann nochmals überlegt und okay, vielleicht verzichte ich auf mein persönliches kleines Minarett. Möglicherweise ist es schon etwas gar provokativ und ich weiss ja auch gar nicht, wer überhaupt wie gestimmt hat und nachdem ich meiner Nachbarin sagte, ich sei praktizierende Ketzerin und würde nicht in die Kirche kommen, kann ich ja auch nicht unbedingt die Islam-Sympathisantin geben, die ich ja auch gar nicht bin. Ich möchte meiner Nachbarschaft bloss den virtuellen Mittelfinger zeigen – mithilfe eines Croissants. Aber eben, nachdem mich eine andere Nachbarin zu einer Tupperware-Party eingeladen hatte und ich sagte, ich könne leider nicht teilnehmen weil ich einen Tag vor der Party auswandern würde, egal an welchem Tag sie die Party veranstalte, sollte ich eventuell auf weitere provokative Aktionen verzichten.

So ein Dilemma.

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Werbeträger

December 10th, 2009 Diva 1 comment

Weil ich kaum Zeit habe, TV zu gucken, browse ich öfter mal durch die Portale der Tageszeitungen. Vorhin habe ich etwas über Beat Schlatter gelesen, der offenbar Werbung pro Schweinegrippeimpfung gemacht hat und sich jetzt selber gar nicht impfen lässt. Alles LÜGE, kreisch, SKANDAL.

Ich bin also schon davon ausgegangen, dass der sich impfen lässt. Wie ich auch wirklich daran glaube, dass sich Roger Federer den Kaffee mittels einer Jura-Kaffeemaschine selber braut und Heidi Klum sich nonstop mit Fruchtgummis zudröhnt. Ich habe den Spot von Beat Schlatter heute das erste Mal gesehen und fand es super lustig, wie er so tat, als würde er vom Sessel kippen. Wirklich zum brüllen komisch. Und wie ich heute dem Interview mit Herrn Schlatter entnehme, lässt er sich zwar nicht impfen, tut aber sonst allerlei, um der Schweinegrippe zu entkommen. Er weiss sogar, wie man sich richtig schneuzt. Ja Potz Millione, Speck mit Bohne!

Und, und, und – er wäscht die Hände! Mit Seife!

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