Archive

Archive for the ‘gedanken-gut?’ Category

Überfordert

January 19th, 2010 Diva 1 comment

Ich hatte meine erste E-Mail-Adresse 1995 (das war echt früh, Leute!). Ich habe ein iPhone. Ein Notebook zum arbeiten. Ein Mac in der Küche. Ich bin technologisch gesehen wirklich nicht von gestern. Aber ich bin irgendwie überfordert.

Vor ein paar Tagen habe ich mich (berufeshalber) bei diversen Social Bookmarks Sites angemeldet. Bei Mister Wong, bei delicious, bei Stumbleupon, Digg, Yigg und so weiter. Und ich habe mir dabei fast die Zähne ausgebissen. Es war eine echte Herausforderung. Und heute habe mal wieder bei twitter vorbeigeschaut und danach bei xing und linkedin, weil alle diese Sites etwas vernachlässigt werden, seit sich facebook so penetrant in den Vordergrund drängt. Und dabei habe ich festgestellt, dass mir dieses Networking absolut keinen Spass macht und dass ich häufig gar nicht mehr verstehe, worum es eigentlich geht.

Ist das etwas, was mit dem Alterungsprozess einhergeht? Oder bin ich einfach gezeichnet von meinem baby brain (dazu ein anderes Mal mehr)? Das Schlimme ist, dass ich den Übergang von „Oh cool, ein neues Gadget“ zu „Mist, schon wieder etwas Neues, woran man sich gewöhnen muss“ nicht mitgekriegt habe. Und eigentlich kann es mir ja am Allerwertesten vorbeigehen, ich muss ja nicht mit jedem neuen Furz mitdröhnen, aber ehrlich, ich habe Angst, dass ich den Anschluss dann vollends verpasse und mir am Ende von meinen Mädchen im präkindergartenschen Alter neue Geräte erklären lassen muss und ratlos neben einem Billettautomaten stehe (was ich ehrlich gesagt seit Jahren mache). Mir tut es wirklich im Herzen weh, wenn ich alte Menschen sehe, wie sie hilflos vor neumödigen Gerätschaften stehen und versuchen, Geld/ein Ticket/Informationen zu beziehen. Und wirklich, ich möchte auf keinen Fall, dass mich einmal jemand beobachtet und Mitleid mit mir hat. Deshalb bleibe ich wohl mehr oder weniger dran. Mist.

Share it:
  • Print
  • PDF
  • RSS
  • Add to favorites
  • email
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Live
  • Twitter
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • del.icio.us
  • MySpace
  • Tumblr

Verdorbene Sissi

January 7th, 2010 Diva No comments

Gestern, auf dem Klo, habe ich im Tagi Magi den Artikel über die Rekrutierung von Diplomaten gelesen. Dass diese auf Herz und Nieren bzw. Recht, Wirtschaft, Politik, Kultur und Geschichte geprüft werden und dann schon mal Fragen über die Beziehung von Kaiserin Sissi zu Ungarn beantwortet werden müssen. Und hey, vielleicht hätte ich diese Frage nicht abschliessend beantworten können, aber ich hätte bestimmt etwas dazu zu sagen gehabt, nämlich, dass ich es damals, als ich den Film zum ersten Mal sah (nicht, dass ich ihn ein zweites Mal geschaut hätte) unglaublich komisch fand, wie Sissi alias Romy Schneider zu Graf Andrassy sagte, er solle nicht weiter in sie dringen. Ich fand das skandalös verdorben.

Das wiederum erinnert mich an die Zeit im Handarbeitsunterricht, in der dritten Klasse, als uns die Lehrerin erklären wollte, wie man einen Saum absteckt und dazu aber nur stecken sagte, was für unsere fast-heile-Welt-Gemüter das Synonym für „den Beischlaf ausüben“ war und uns veranlasste, schrecklich fest zu lachen. Jedesmal, wenn das Wort „stecken“ fiel.

Ich weiss das deshalb noch so genau, weil Christina, das verdorbene Luder, mit einem mittels gebogenem Zeigefinger und Daumen geformten O und dem ausgestreckten Zeigefinger der anderen Hand eine ziemlich obszöne Geste machte, die mich total schockierte, über die aber natürlich alle lachen mussten. Kicher kicher kicher.

Und dann, ein paar Jahre später, sehe ich im Fernsehen Sissi, wie sie mit dem feschen Franzl rummacht und zum ungarischen Grafen sagt, er solle nicht weiter in sie dringen.

Wie unkeusch!

Share it:
  • Print
  • PDF
  • RSS
  • Add to favorites
  • email
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Live
  • Twitter
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • del.icio.us
  • MySpace
  • Tumblr
Categories: gedanken-gut? Tags:

Mein Haar

January 1st, 2010 Diva 3 comments

Das neue Jahr möchte ich hiermit mit einem ernsthaften Thema beginnen. Mein Haar. Wie schön dieser Titel doch klingt. Und doch ist mir gar nicht nach Poesie, wenn ich an mein Haar denke.

Ich sehe mich wirklich nicht an der Tussifront, aber ich möchte mich mal über mein Haar beschweren. Wohlwissend, dass hier keine Sau etwas dafür kann. Oder sich dafür interessiert. Aber was gesagt werden muss, muss gesagt werden. ICH BIN MIT DER GESAMTSITUATION UNZUFRIEDEN.

Ich bin Asiatin. Mein Haar ist schwarz und dick und dort fängt das Problem ja schon an. Es lässt sich nichts mit ihnen machen. Ich habe Haare aber keine Frisur. Egal, was ich mir in die Haare schmiere, dieselben hängen mir einfach nur fies ins Gesicht, weil sämtliche Produkte die Haare nur noch schwerer werden lässt.

Habe ich lange Haare, muss ich sie zu einem Pferdeschwanz zusammenbinden. Zusammengebundene Haare sind aber letzten Endes nur lästig, also kann man sie auch gleich abschneiden. Habe ich kurze Haare, sehe ich aus wie eine chinesische Tischtennisspielerin. Sind sie mittellang, erinnert mich mein Spiegelbild immer etwas an Mireille Mathieu, was jetzt auch nicht gerade ein schöner Gedanke ist. Mache ich etwas so mutiges wie eine Dauerwelle, sehe ich spätestens am ersten Morgen danach aus wie ein Mitglied der Harlem Globetrotters.

Dann ist da noch die Frage, ob Pony oder nicht Pony. Wer einen Pony trägt, der katapultiert sich direkt ins Daniela Lager Lager (haaa – der ist jetzt aber gelungen, was?). Wenn ich keinen Pony habe, läuft es auf Pferdeschwanz oder Nackenschmerzen wegen der schrägen Kopfhaltung hinaus.

Stufen oder keine Stufen? Egal. Es spielt schlicht keine Rolle. Ich gehe schlafen.

Das Positive an solchen Problemen ist doch, dass der Stundenansatz eines Frisörs wesentlich humaner ist als der eines Psychoanalytikers. Nur wenn ich psychosomatischen Haarausfall kriege, wird’s brenzlig…

Share it:
  • Print
  • PDF
  • RSS
  • Add to favorites
  • email
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Live
  • Twitter
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • del.icio.us
  • MySpace
  • Tumblr
Categories: gedanken-gut? Tags: ,

Da ist der Wurm drin

December 24th, 2009 Diva No comments

Das, was ich jetzt erzähle, ist wirklich super eklig und zart besaitete Blogleser tun gut daran, jetzt Kaffee trinken zu gehen und nicht mehr weiterzulesen.

Ich würde auch gehen, aber ich muss diesen schlimmen Post ja zuerst schreiben. Also los.

Als ich noch ganz ganz klein war (nein, nicht gestern!) erzählte mir die alte Frau Wittwer, wie sie und ihre Schwester sich gegenseitig die Würmer aus der Nase gezogen hätten. Und sie redete dabei nicht über Sprichwörter. Damals, zwischen erstem und zweitem Weltkrieg, hätten viele Menschen und insbesondere Kinder Würmer gehabt – im Darm, im Magen, überall. Diese Geschichte war wohl der Ursprung meiner Wurmphobie. Frau Wittwer war damals schon hart an der Debilitätsgrenze (wenn nicht schon drüber) und heute hat sie wohl tatsächlich überall Würmer. Aber das ist jetzt gerade etwas gar morbid.

Auf jeden Fall fand ich das ganz schlimm und ich stellte mir vor, dass ein Wurm vom Magen den Hals raufschleicht und dann die Luftröhre wieder runter und dass man dann einen Wurm raufhustet und  wenn es mich juckte, ganz hinten im Hals – am Anfang einer Erkältung zum Beispiel, kam mir diese Geschichte immer in den Sinn. Und einmal, ich war wohl in der Unterstufe Primarschule, also noch immer ziemlich klein, entdeckte meine Mutter einen Wurm im Klo. WIE EKLIG IST DAS DENN! Er war einfach da, aber von mir kam er nicht, denn ich hatte nie Würmer. Diese Geschichte allerdings mag der Grund sein, weshalb ich zu Verstopfung neige. Ich habe in dem Moment aufgehört, nach der grossen Sitzung ins Klo zu gucken, bevor ich die Spülung getätigt habe.

Heute habe ich zwei kleine Töchter und die grössere, die entwickelt gerade sowas wie Fäkalhumor. Furzen und Gaggi machen sind hoch im Kurs und wenn das grosse Geschäft abgeschlossen ist, dann soll das Produkt auch bestaunt werden. Horror! Und die Kleine trägt noch Windeln und man stelle sich mal vor, was das für ein Bild abgäbe, wenn man die Windel mal aufmacht und igitt, das ist wirklich alles grauenhaft.

Wieso schreibe ich sowas, das ist wirklich übel übel übel.

Weg.

Share it:
  • Print
  • PDF
  • RSS
  • Add to favorites
  • email
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Live
  • Twitter
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • del.icio.us
  • MySpace
  • Tumblr
Categories: gedanken-gut? Tags: , ,

Folienputz

December 19th, 2009 Diva 1 comment

Da, wo ich aufgewachsen bin, hat es einen Hügel bzw. Pass bzw. Berg, der sich zum Schlitteln sehr anbietet. Allerdings ist der Reiz des Schlittelns am Hausberg irgendwann etwas verblasst und gerade während der adoleszenten Phase gibt es andere Reize, denen man offener gegenübersteht.

Nun ist die Sache ja aber die, dass der Winter einmal im Jahr kommt und mit ihm auch der Schnee (als ich jung war, hatten wir noch viel viel Schnee im Unterland, von global warming war noch nichts zu hören, damals sorgten die Borkenkäfer für die Sorgenfalten der Grünen). In unserer Schule löste das insbesondere bei den Lehrern den Schlittelreflex aus, welchen ich und ein paar meiner Schulfreundinnen – namentlich Mona, Nina und Fiona – noch nicht mal im Entferntesten spüren konnten. Wir gaben uns also aufmüpfig, sodass der Lehrer sich einverstanden erklärte, uns mit einer anderen Aufgabe zu betrauen, währenddessen die bubigen Schüler dem Schlittelplausch frönten. Wir waren um die 15 Jahre alt, vier Mädchen mit dem Coolnessfaktor 100+.

Die Aufgabe des Lehrers war ziemlich einfach. Es gab einen Hellraumprojektor, dazu eine Folie und eben diese Folie musste geputzt werden. Mit Wasser und an den hartnäckigeren Stellen mit Nitroverdünner, Kanister anbei.

Klar hatten wir es lustig, lästerten, machten Witze, assen Süssigkeiten und hörten wahrscheinlich Nik Kershaw und/oder Kim Wilde und alles hätte ein gutes Ende nehmen können, wenn nicht eine von uns (ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es nicht war) auf die glorreiche Idee gekommen wäre, den Nitroverdünner auszuleeren und die Folie ratzfatz durch das entstandene Seelein zu ziehen.

(Ich kann das Stirnrunzeln der Leser ja fast schon sehen).

Die Sache ging tip top voran, bis jemand merkte, dass da, wo das Seelein war, ein See entstand, weil der Nitroverdünner den Bodenbelag angriff und schon eine grosse Delle entstanden war. Clever wie wir waren, holten wir Wasser. Denn Wasser neutralisiert. Wir brauchten viel Wasser, weil sich der Verdünner schon richtig durch den Boden frass. Also holten wir viel Wasser. Aber es half nichts, der Boden-aufätz-Prozess liess sich nicht aufhalten. Und so taten wir das, was man in solchen Situationen tunlichst nicht tun sollte. Wir liessen einfach alles so, wie es war und hauten ab.

Ich weiss nicht mehr ganz genau, wie es weiterging, ich kann mich aber noch erinnern, dass wir ein telefonisches Aufgebot bekommen haben, uns anderntags etwas früher in der Schule einzufinden…

Share it:
  • Print
  • PDF
  • RSS
  • Add to favorites
  • email
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Live
  • Twitter
  • LinkedIn
  • MisterWong
  • del.icio.us
  • MySpace
  • Tumblr