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Archive for the ‘gedanken-gut?’ Category

Made in China

January 29th, 2011 Diva No comments

Jetzt haben Bundesrat Schneider-Ammann (wieso heisst der eigentlich Schneider-Ammann, ist Ammann der ledige Name seiner Frau? Hätten wir Moritz Leuenberger auch Moritz Leuenberger-Loewensberg nennen sollen) und der Chinesische Handelsminister Chen Deming eine Absichtserklärung zur Aufnahme von Verhandlungen eines Freihandelsabkommens unterschrieben, was natürlich eine gute Sache ist für die Schweizer Wirtschaft. Schliesslich gibt es hier und da noch einen Chinesen, der mit Schweizer Aufzügen fahren und Schweizer Gelenke einoperiert bekommen kann, wenn er es sich leisten kann.

Da ich von der Wirtschaft nicht genug verstehe, möchte ich mich jetzt auch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. Was ich aber ganz toll finde, war die Aussage von Deming, dass über Menschenrechte in China nur dann gesprochen werde, wenn sie mit der Wirtschaft in Zusammenhang stünde. Sollte über Menschenrechte debattiert werden, die nicht im Kontext mit dem Freihandelsabkommen stehen, würde das den Prozess verlangsamen und das sei, so Handelsminister Chen Deming, unfair gegenüber Schweizer Unternehmen.

Wenn das kein einfühlsamer und rücksichtsvoller Mensch ist, dieser Chen Deming. Immer nur das Wohl anderer im Fokus, gerade bei dieser Sache die Schweizer Firmen. Mei wie rücksichtsvoll. Menschenrechte sind ja auch nicht so wichtig. Die sind ja auch nur eine Made in China.

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Bisi

March 25th, 2010 Diva 1 comment

Momentan vernachlässige ich diesen Blog ein wenig, weil ich gerade schampar bisi bin. Ich bin gerade dabei zu versuchen, ein Produkt in Korea produzieren zu lassen und es dann zu importieren. Und das ist schwierig. Manchmal auch lustig. Aber vor allem nervenaufreibend. Und oft mühsam. Hie und da unglaublich. Und momentan gerade etwas frustrierend. Aber auf jeden Fall ist das der Grund, weshalb ich für andere Dinge im Leben gerade etwas wenig Zeit habe.

Hie und da aber bin ich am warten, wie jetzt gerade. Und dann fange ich an zu tippen, obwohl ich gar nicht weiss, worüber ich etwas schreiben soll. Denn es passiert nicht viel in meinem Leben. Gestern zum Beispiel, war ich mit den Mädchen bei meiner Schwiegermutter, was unspektakulär war. Als wir auf dem Spaziergang bei einer älteren Frau vorbeikamen, die mit meiner Schwiegermutter zu plaudern begann und sich über Brot, welches am Boden herumlag aufregte, sagte ich, eventuell seien Hänsel und Gretel hier durchgekommen. Aber keiner der Anwesenden verstand den Witz. Zu alt oder zu jung. Wahrscheinlich muss ich bei dieser Frau von nun an mit dem Prädikat „durchgeknallt“ leben, was ich gut kann.

Und heute muss ich auf den Sanitärinstallateur warten, der anfangs Woche einen Termin verlangt, ihn aber nie bestätigt hat, weshalb ich jetzt nicht weiss, ob er vorbeikommt oder nicht. Ich könnte natürlich einfach weg gehen, und, falls er dann vor verschlossener Tür steht, hinterher sagen, er hätte den Termin ja nicht bestätigt, aber es liegt uns eben viel daran, dass die Sache erledigt wird. So ist es ja immer mit den Sanitärinstallateuren.

Dumdidum. Ich merke gerade, dass ich gar nicht so bisi bin, weil ich warte warte warte. Ich könnte viele Dinge tun, aber ich bin zu müde/träge/unmotiviert, deshalb tue ich so, als müsste ich warten um weitermachen zu können. Armselig, irgendwie. Na dann mache ich halt doch weiter. Los.

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Ferien

February 23rd, 2010 Diva No comments

Wie so oft sind Ferien bei mir gerade hoch im Kurs bzw. ein grosses Thema. Aufgrund meiner Koreanischen Wurzeln und der Tatsache, dass das Koreanische Essen einfach unglaublich gut schmeckt, zieht es uns alle immer wieder nach Korea. Aber – und man muss der Wahrheit einfach auch mal ins Auge sehen – mit zwei Kleinkindern 12 Stunden in einem Flugzeug zu verbringen gehört einfach nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.

Was aber könnte ein gutes Ferienalternativprogramm sein? Wir haben im Mai ein Ferienhaus in Graubünden gebucht. Ich als Bündnerin freue mich natürlich sehr darauf. Aber wohin das nächste Mal?

Blockhaus in Skandinavien. Tolle Idee. Viele Mücken. Keine tolle Idee.

Ostsee. Da war ich 1994 in einem Trainingslager. In Polen. Es war lustig, glaube ich. Ich erinnere mich nur noch an die Kartoffeln, die wir jeden Tag gegessen haben.

Ferien in Irland. Lange Hinfahrt im Auto, fahren auf der anderen Strassenseite, Leute mit roten Haaren, alles gut. Ich war vor 15 Jahren einmal in Irland und habe es geliebt, auf jeden Fall die erste Woche. Wir fuhren im Hausboot auf dem Shannon oder Erne oder wie auch immer diese Kanäle dort heissen und genossen die grüne Landschaft, die an uns vorbeizog – inklusive Hühner, Hunde und hie und da eine Pulloversau. Aber als das Bild nach zehn Tagen noch immer Hühner, Hunde und Schafe war, fanden wir es nicht mehr ganz so spannend…

Und dann Frankreich. Camargue. Oder Bretagne. Das würde sich doch sehr anbieten (Allô, allô, c’est toi Simone?). Aber ich mag mich dafür einfach nicht so begeistern. Nicht, dass ich etwas gegen Franzosen hätte (auf jeden Fall nichts, das wirkt), aber ich mag sie auch nicht sympathisch finden. Wenn ich ehrlich bin, finde ich die Franzosen sogar ziemlich doof. Und doch doch, ich kann das schon so verallgemeinern. Natürlich gibt es immer Ausnahmen, aber leider ist die Mehrheit der Franzosen eben so, wie man sich die Franzosen vorstellt. Ich war einmal in Paris in einem Lokal und bestellte zum Dessert „Fraise au sucre“. Ich bekam ein paar nasse Erdbeeren und ein Beutelchen Zucker hinterhergeschmissen. So ist Frankreich.

Ach ach, ich geh mal Flüge nach Seoul checken…

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Seuli

February 12th, 2010 Diva 5 comments

Ich habe einen Freund. Nein, ich habe einen Kollegen, also nicht im wirklichen Sinn, wir arbeiten nicht zusammen – hmm also, ich habe einen Bekannten… auch nicht, das klingt zu sehr nach flüchtiger Bekanntschaft. Na dann… – ich hätte einen Freund, wenn er nicht so wäre, wie er ist, bzw., wenn er etwas nicht tun würde, was er tut.

Gut. Also, er heisst Seuli. Er heisst natürlich nicht wirklich Seuli, aber er nennt sich so (warum auch immer, ehrlich gesagt habe ich mich nie getraut, nach Details zu fragen, denn wer will schon wissen, weshalb eine Person, die Seuli heisst, Seuli heisst). Seuli ist Programmierer. Berner. In-Zürich-lebender. Im Sternzeichen Jungfrau. Alles okay, alles gut. Aber Seuli spricht zu laut. Seuli brüllt.

Nicht schlimm? Doch, total. Weil ich mich eigentlich gerne mit Seuli treffe und es auch immer ziemlich witzig ist, weil er einen ähnlich schwachsinnig-dunkelschwarzen-menschenverachtenden Humor hat wie ich, aber jedes Mal, wenn wir abmachen, schreit er mich an, was er wohl nicht absichtlich macht, aber es nervt. Und logisch sage ich ihm jedes Mal, dass er zu laut redet und weil er so laut redet, rede ich auch laut, sowas tut man automatisch und dann sitzen wir in einem Lokal und schreien uns an. Ich  erinnere mich an ein Essen im Outback, als sich sogar der Tischnachbar einschaltete und meinte, seine Mutter würde auch so schreien.

Hallooo? Tischnachbar? Das fehlt ja gerade noch, dass sich die Leute vom Nebentisch ins Gespräch einmischen. Allerdings habe ich mich im Outback noch mehr darüber geärgert, dass Seuli keine Apfelstücke im Essen hatte, wie es auf der Speisekarte eigentlich angekündigt war. Hätte ich gewusst, dass keine Apfelstücke kommen, hätte ich mich auch für dieses Essen entschieden und nicht für diesen jämmerlichen Burger. Nicht, dass ich Äpfel verschmähen würde, nicht grundsätzlich. Aber im warmen Essen mag ich sie nicht. Auch andere Früchte nicht. Lieber Hauptgang jetzt und Dessert später. Fahr mer ab mit Riz Casimir (wieso eigentlich Riz?). Keine Ananas auf der Pizza, keine Pfirsiche im Reis, keine Apfelstücke sonstwo. Aber eben, es hatte gar keine. Nicht einmal auf Apfelstücke kann man sich verlassen. So eine Seulirei.

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Baby brained

February 11th, 2010 Diva 2 comments

Wie auch schon erwähnt, habe ich zwei Töchter. Das macht unter dem Strich zwei Schwangerschaften. Von Spuren anatomischer Art möchte ich hier gar nicht erst anfangen. Vielmehr geht es mir um das grösste aller Probleme in Bezug auf Schwangerschaften, wie ich finde. Die totale Verdummung der werdenden Mutter.

Mir war klar, dass ich dabei war, mich total zu verändern, damals, als ich mit Notschka schwanger war. Es hätte zwar noch schlimmer kommen können, denn ich heulte nicht dauernd und war auch nicht superlaunisch, aber ich wurde vergesslich, zuweilen auch etwas gleichgültig, war langsam, und – am allerschlimmsten – total desinteressiert, was sämtliche Bereiche jenseits der Kinderaufzucht anging.

Aber ich hatte gehofft, dass dieser Zustand wieder verschwinden und die alte Diva wieder zum Vorschein kommen würde. Gewisse Dinge haben sich auch wieder zum Besseren gewendet, aber es gibt Themen, die schaffen mich echt. Ich bin noch immer viel vergesslicher als zuvor. Und manchmal habe ich echt das Gefühl, ungefähr die Hälfte meiner geistigen Kapazität sei mit der Plazenta entfernt worden. Macht bei zwei Kindern…

Und dann war da noch die Sache mit den Füssen. Ich hatte irgendwo gelesen, dass die Füsse während der Schwangerschaft wachsen. Nur während der ersten Schwangerschaft. Man habe danach grössere Füsse um etwa eine Schuhnummer. Hahaha, kleiner Scherz am Rande. Hoffte ich. War aber keiner. Was das bedeutet, muss man einer Diva nicht zweimal erklären. Ich musste mich von gut der Hälfte meiner Schuhe trennen. Es war eine Tragödie. Gut, habe ich durch meine Baby-brain-Vergesslichkeit auch vergessen, was für tolle Schuhe ich damals trug.

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