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Archive for the ‘daily lunacy’ Category

Der verflixte Nano

December 9th, 2011 Diva 1 comment

Vor sechs Jahren habe ich in Seoul einen iPod Nano gekauft. Diesen hier.

Mitte November dann hatte ich auf einmal ein Mail von Apple in der Mailbox in welchem von einem Rückruf die Rede war. Es betraf alle Nanos, die zwischen September 05 und Dezember 06 gekauft wurden, also auch meinen. Ich surfte mich also wie von Apple aufgefordert durch ihre Supportseiten und erhielt irgendwann eine Reparatur-ID plus ein Mail, in dem stand, dass mir innert 10 Tagen eine Anweisung zur Rücksendung sowie das Verpackungsmaterial geschickt würde. Ich müsse den Nano in genau dieser Verpackung einschicken, denn wenn nicht, könne der Nano aufgrund unsachgemässer Verpackung beim Transport beschädigt werden und wäre dann leider für einen Umtausch nicht qualifiziert. Alles klärchen.

Die zehn Tage verstrichen.

Es verstrichen nochmals zehn Tage. Und hey, wer mir so klare Anweisungen gibt, soll sich auch seinerseits daran halten, finde ich, deshalb klickte ich mich erneut durch die Supportseiten und erreichte, dass mich eine Customer Care Mitarbeiterin anrief, mit der ich dann geschlagene 21 Minuten lang den Fall besprach. Am Ende wurde mein Reparaturfall gelöscht, ein neuer eröffnet und mir versichert, dass jetzt alles glatt nach Plan liefe.

Gestern kam ein UPS Mann bei mir vorbei. Er drückte mir ein Paket in die Hand und sagte, er hätte ein neues Gerät für mich und würde das alte Gerät jetzt mitnehmen. Ich fand das etwas merkwürdig, weil im Mail, das ich von Apple erhalten hatte zwar stand, dass ein UPS-Mensch vorbeikommen würde, dass er aber nur das Gerät abholt. Ich nahm das Paket entgegen und händigte ihm meinen alten Nano aus. Der UPS-Mann sagte, das würden sie immer so machen (logisch).

Als er weg war und ich das Paket aufmachte, fand ich darin Verpackungsmaterial um den Nano einzuschicken.

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Samichlaus oder nicht

November 10th, 2011 Diva 2 comments

Jetzt, da wir kleine Kinder haben, die langsam zu mittelgrossen Kinder heranwachsen, stellen sich Fragen, über die wir uns bis dato kaum Gedanken gemacht haben.

Eine ist die Frage, ob es in unserer Welt einen Samichlaus gibt und wenn ja, wie lange. In meiner Welt gibt es ihn nicht. In Sams Welt gibt es ihn, solange die Kinder nicht selbst daraufkommen, dass es ihn nicht gibt. Aber was genau ist denn toll am Samichlaus? Dass sich das Kind fast in die Hose macht und wenn möglich Angst hat, vom bärtigen Mann in den Sack gesteckt und in den Wald geschleppt zu werden? Kaum.

Wenn es nach mir ginge, würde das etwa so ablaufen: Hört mal, meine Kinderchen – die Sache mit dem Samichlaus ist eben so: Alles erstunken und erlogen, gibt es nicht, ende und gut. Da habt ihr ein paar Nüssli und Manderinli.

Wie sehr leiden die Kinder aber darunter, wenn Theater-Samichlaus mit Theater-Schmutzli und Theater-Vieh bei den Nachbarn Halt macht und bei uns nicht? Müssen wir die Illusion wahren und den Kindern eine Erinnerung an etwas, das es gar nicht gibt, mit auf den Weg geben? Ich weiss nicht recht.

Aber kürzlich kam ein Formular ins Haus geflattert, mit welchem wir einen Samichlaus bestellen könnten. Name des Kindes, Alter des Kindes, Name der Eltern und Grosseltern, Eigenschaften der Kinder, Schulklasse und Name des Lehrers und noch vieles mehr muss vermerkt werden. Dass sie kürzlich im Zoo artig waren, neulich beim Einkaufen aber nicht so sehr. Dass sie das Zimmer nicht schön aufräumen und die Zähne nur widerwillig putzen. Und dieses Formular schicken wir dann einer uns unbekannten Person, die dann einen uns unbekannten Samichlaus schickt, der vor dem Haus an einer zuvor vereinbarten Stelle die von mir gefüllten und bereitgestellten Samichlaussäckli nimmt, bei uns an der Tür klingelt, unseren Kindern einen Schrecken einjagt, ihnen vorhält, sie hätten ein Puff im Zimmer und sich lausig benommen beim Einkaufen und ihnen dann am Ende das besagte Säckli in die Hand drückt. Also ich finde das nicht so der Bringer.

Und dann, in ein paar Monaten, fängt die Diskussion von vorne an. Dann heisst es nicht Samichlaus sondern Osterhase. Ich freue mich schon.

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Erinnerungen

November 9th, 2011 Diva No comments

Es ist verblüffend, was ein kleines Sätzchen bewirken kann. Ich habe heute im facebook als Staus “Allô allô, c’est toi Simone?” und es verging kaum eine Minute, bis es jemand kommentierte. Und ich frage mich, wieso ein Satz, den die Mehrheit mit negativ behafteten Erinnerungen verbindet, doch so bewegt. Und das wiederum lässt mich darüber nachdenken, wie wir es so haben mit unseren Erinnerungen und inwiefern uns unser eigenes Gehirn einen Streich spielt. Denn das, was wir im Moment ganz grauenhaft finden, finden wir in ein paar Jahren schampar lustig.

Ich kenne zum Beispiel viele Männer, die es wirklich ganz und gar nicht lustig fanden, den Militärdienst durchzumachen und genau diese Männer schaffen es, einen laaangen Abend darüber zu reden. Mehrmals.

Als ich ungefähr zehn Jahre alt war, musste ich mit meinen Eltern quer durch den Nationalpark wandern. Es war grässlich. Grässlich weit, grässlich lang, grässlich anstrengend. Und trotzdem erzähle ich immer wieder davon, wie ich als Kind mit meinen Eltern den Nationalpark bewandern musste.

Und dann ist da noch die Sache mit den Schwangerschaften und der Geburt. Würde sich Frau haargenau an alle Details erinnern können, wäre eine Ein-Kind-Politik schlicht nicht notwendig. Meine Schwangerschaften waren total unlustig, aber je länger sie zurückliegen, desto eher finde ich, dass man sowas schon noch einmal auf sich nehmen könnte.

Einzig die Sache mit den Weisheitszähnen, die will einfach nicht hübscher werden, egal wie lange sie zurück liegt.

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Dialog mit einer Vierjährigen

November 7th, 2011 Diva No comments

Notschka (geb. Dez. 2006): Mamaaa, holsch mer bitte es blaus Spängeli vo dobe?
Diva: klar.

Diva: Du, ich han nur eis gfunde, wo isch denn echt s’andere?
Notschka: I minere Box
Diva: I welere Box?
Notschka: I de Bastelbox (1.5m entfernt von ihr)
Diva: Wieso schicksch mich denn ufe eis gho hole?
Notschka: Han nöd möge sueche
Diva: ….

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Diese Amis

October 14th, 2011 Diva No comments

Letzte Woche war ich in Seoul auf Geschäftsreise, wo ich am letzten Tag Geschenk für Notschka und Tienka kaufen ging, unter anderem Hello Kitty Haarspängeli. Ich würde wirklich gerne andere Sachen nach Hause bringen, aber ich habe nunmal zwei kleine Mädchen und die stehen eben auf diese Hello Kitty, nachfolgend HK genannt. Wie auch immer. Aufgrund einer Aneinanderreihung diverser Missgeschicke geschah es, dass sich die HK-Spängeli auf einmal im Mülleimer wiederfanden, während ich am anderen Ende der Stadt wie vom Blitz gerührt feststellte, dass ich eben diese HK-Spängeli fälschlicherweise weggeschmissen hatte.

Es ging nicht um den Betrag, Spängeli sind in Korea wirklich nicht teuer. Es ging um den Grundsatz und darum, dass ich diese Spängeli für meine Kinder haben wollte. Ich kehrte also um. Zurück zur Subway-Station. Mit der Subway zurück zur richtigen Station. Raus aus der Subway, runter die Strasse, bis ich beim besagten Abfalleimer war, der *kreiiiiisch* leer war. Aber ich erwischte die Reinemachefrau und ehrlich, ich habe kurz überlegt, was “Bitte hören sie, gut dass ich sie noch erwische, denn wissen sie, die HK-Haarspängeli für meine Kinder sind irgendwo da drin und ich würde sie da gerne rausnehmen und sie meinen reizenden Kindern nach Hause bringen” auf Koreanisch heisst. Ich habe mich dann aber entschieden, einfach auf diese Frau einzureden und weil ich einen völlig debilen Eindruck hinterlassen haben muss, wie ich da verschwitzt und ausser Atem im Müll grübelte, redete ich auf Englisch. Ich redete und redete und redete und die Frau starrte mich fassungs- und verständnislos an und hielt mich 100 Pro für eine durchgeknallte Amerikanerin. Und da, irgendwann hatte ich die richtige Tüte in der Hand und dann hielt ich der Frau triumphierend die Spängeli unter die Nase, woraufhin die Frau lächelte und meinte, das sei wirklich auf den letzten Drücker gewesen. Möglicherweise sagte sie auch, ich sei eine verrückte Amerikanerin, wer weiss das schon so genau.

Und als ich mich umdrehte, stellte ich fest, dass mich ein Dutzend andere Schaulustige anstarrten. Aber hey, ich hatte die Spängeli und ging zufrieden von dannen. Es gibt wirklich durchgeknallte Amis, also wirklich…

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