Haarige Sache
Normalerweise führe ich ein mehr oder weniger ruhiges und meist sorgenfreies Leben auf dem Lande. Hie und da ereignen sich Dinge, die mein Nervenkostüm ein wenig strapazieren. Zum Beispiel Schnee und Temperaturen von minus 10° im März. Sonst aber schlägt der Adrenalinpendel auffällig selten aus. Bis auf die Tage, an denen ich mich für einen Coiffeurbesuch entscheide. Gestern war so ein Tag.
Es hatte in erster Linie damit zu tun, dass Notschka dringend einen Haarschnitt benötigte, weil ihr die andere Coiffeuse, bei der sie mit meiner Schwiegermutter im Dezember war, so etwas wie einen Rundschnitt verpasste, was ja lustig sein mag bei kleinen Kindern. Allerdings nur bei anderen kleinen Kindern. Ich liess mir also einen Termin geben für meine Tochter und … ach was, setze ich mich doch auch gleich hin, wenn wir schon mal da sind…
Gestern, als ich auf dem Coiffeurstuhl sass, fand ich es noch okay. Gestern war aber eben auch Montag. Gestern dachte ich mir nichts dabei, die Haare hinten im Nacken etwas länger und vorne etwas kürzer zu tragen, Vokuhila, sozusagen. Gestern schmierte mir die Coiffeuse auch reichlich Haargel ultra-extrem-total-krass-strong in die Haare.
Nachdem Notschka und ich daheim geduscht hatten, fand ich es schon nicht mehr ganz so nett. Und heute nach dem Aufstehen erinnert mich mein Spiegelbild frappant an den Haarschnitt einer ziemlich androgynen (mit leichtem Hang zum männlichen) Leichtathletin mit Leistungsspitzen im Hammerwerfen und/oder Kugelstossen und/oder Speerwerfen mit Herkunft DDR oder Tschechoslowakei oder Kasachstan oder etwas anderem HINTER dem Vorhang. Und damit keine Missverständnisse aufkommen. Ich meine die andere Frisur. Nicht die Dauerwelle mit Coupe Soleil. Da ich nun aber ausgeprägte Asiatische Merkmale habe, könnte es auch der Haarschnitt einer chinesischen Gewichtheberin sein.
Und Notschka trägt jetzt einen schönen Pagenschnitt. Ich wünschte, ich könnte mit ihr tauschen.

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