Archive

Archive for the ‘baby on board’ Category

Der Nano meiner Tochter

September 19th, 2006 10 comments

Meine noch nicht geborene Tochter hat einen iPod Nano mit dazugehörigen Boxen und das kam so. Vor einigen Jahre kaufte ich mir einen normalen iPod, der mir aber bald zu gross, zu schwer, zu protzig erschien. Ich ging also und kaufte mir einen iPod Shuffle, weil klein, handlich, unauffällig. Als ich dann im letzten Winter vier Monate in Asien war um eine Sprache zu lernen, von der ich mir nicht sicher bin, ob man sie überhaupt lernen kann, zog ich los und kaufte noch einen iPod Nano, weil ich nur den Shuffle dabeihatte und ich nicht die Bohne Lust hatte, die Sprachlerntexte auf meinen Shuffle zu laden.

Weil ich ja eben gehört habe, dass Babies gerne Musik mögen, wollte ich einen kleinen CD-Player für das Kinderzimmer kaufen, aber da LG der Typ Mensch ist, der es nicht verkraften würde, ein CD-Abspielgerät von zum Beispiel Fisher Price zu kaufen und weil ich dann die Horrorvision hatte, dass jedes Mal, wenn ich das Gerät anstelle, das erste Lied der CD beginnen und mir das nach drei Tagen zum Hals raushängen würde, entschieden wir, den Nano, der seit Asien nicht mehr im Einsatz war, unserer Tochter zu vermachen, die in ein Paar Monaten zur Welt kommen wird. Da ich ihr aber schlecht Ohrstöpsel in die kleinen feinen Ohrmuscheln stecken kann, mussten wir ihr noch kompatible Boxen besorgen, die wir im Appleshop gefunden haben und die auch schon geliefert wurden.

Meine ungeborene Tochter hat noch kein Bettchen, kein Badewännchen, keinen Kinderwagen. Aber einen iPod Nano mit Boxen.

Categories: baby on board Tags:

Die Musikdose

September 4th, 2006 3 comments

Weil ich ein ganz gewissenhafter Mensch bin und Dinge gut plane, habe ich bereits eine Musikdose gekauft. Eigentlich habe ich sie nur gekauft, weil ich gelesen habe, dass Kinder sich beruhigen, wenn sie Melodien hören, die sie bereits im Mutterleib gehört haben. Also habe ich ratzfatz kombiniert und gedacht, dass ich dem Kind bereits jetzt eine bestimmte Melodie abspielen muss und diese das Baby dann – nach der Geburt – sofort beruhigt. Die Angst, ich könnte ein immerschreiendes Kind kriegen, macht sich schon jetzt etwas bemerkbar.

Auf jeden Fall bin ich losgezogen und habe eine Musikdose gekauft. Es handelt sich um Brahms Lullaby, die wohl bekannteste Einschlafmelodie für Kleinkinder. Man zieht also an dem Faden der Musikdose um sie aufzuziehen und schon fängt die Melodie an (ich habe die Verkäuferin im Laden allen Ernstes gefragt, ob das Teil batteriebetrieben sei… ich muss allerdings zu meiner Verteidigung sagen, dass ich mir der Sinnlosigkeit der Frage in dem Moment bewusst war, als sie über meine Lippen kam. Schwanger macht dumm).

Das Problem ist, dass die Melodie nervt. Ich hasse sie jetzt schon. Also habe ich angefangen, die Melodie laufen zu lassen aber selbst Musik mit dem iPod zu hören. Also höre ich die Melodie nicht mehr, aber LG hört sie. Und wenn er Glück hat, dann singe ich die Lieder, die ich über den iPod höre, noch mit. Ich glaube, er schätzt das sehr.

Categories: baby on board Tags:

LG und die Schwangere

August 24th, 2006 5 comments

Dialog, geführt am Montag um 1 Uhr nachts:

diva: … bla bla bla … und dann müssen wir bitte noch ausmessen, ob diese Behälter in den Wickeltisch passen, weil ich diese benötige für die Tücher, denn sonst liegen die Tücher einfach so rum und dann werden sie staubig … bla bla bla …

LG: Sicher. Aber könnten wir dieses Gespräch auch ein andermal fortsetzen?

diva: ….

Eine Minute Pause

diva: Als es in Europa noch keine Kartoffeln gab, fütterte man die Kinder eben nicht mit Kartoffeln sondern mit minderwertigen Sachen und dann kriegten sie alle Rachitis oder kippten der Reihe nach tot um.

LG: War das jetzt die Antwort auf meine Frage, ob wir die Sache vertagen könnten?

diva: Nein, das war die Antwort auf deine Frage, was man den Kindern ab dem fünften Monat verfütterte, als die Kartoffel in Europa noch nicht eingeführt wurde.

LG: Gut, aber könnten wir trotzdem ein andermal darüber reden?

diva: Sicher, wenn du nicht über unser Kind sprechen willst!

LG: *ç%#@*çç%%!

Categories: baby on board Tags:

Veränderungen

August 22nd, 2006 11 comments

Eigentlich wollte ich gar nicht gross über meine Schwangerschaft berichten, zumal sie ja noch nicht sooo fortgeschritten ist. Aber weil ich sonst so gar nichts zu sagen habe, komme ich nicht drumrum, die Sache zu thematisieren. Ich arbeite ausserdem nicht mehr – was ein Zufall ist und mit den anderen Umständen nichts zu tun hat – und so habe ich auch keine Schreibtischnachbarn oder Arbeitsgspänli mehr, über die ich herziehen könnte.

Was sich in den letzten Monaten in meinem Leben verändert hat:

Meine Hauptbeschäftigung ist essen. Ich esse eigentlich immer. Ich stehe am Morgen auf und denke ans Essen. Ich bin dauernd hungrig und der Hunger ist absolut ultimativ. Hungrig zu sein bedeutet soviel wie Ich-will-JETZT-und-nicht-später-essen.

Ich finde mich in Situationen wieder, in denen ich Auskunft über meine Brustwarzen, die Konsistenz meines Stuhlgangs, meine Venenbeschaffenheit und meinen Vaginalausfluss geben muss.

Mein Blutdruck ist in den Keller gerasselt, weshalb ich mich jeweils ein paar Sekunden aufrecht auf die Bettkante setzen muss, ehe ich aufstehe.

Ich schlafe ungefähr 12 Stunden pro Tag und gehe circa stündlich aufs Klo.

Die Wassereinlagerungen in meinen Extremitäten würden für die Bewässerung Ostafrikas reichen.

Ich bestelle Musik-CDs mit Titeln wie “Chinde mir tüend singe”.

Categories: baby on board Tags:

Weckruf

August 8th, 2006 3 comments

Zugegebenermassen gehe ich den Alltag etwas lockerer an, seit ich nicht mehr arbeite (und ein Kind ausbrüte). Das heisst aber nicht, dass ich bis in den Nachmittag hinein schlafe, normalerweise stehe ich vor acht Uhr morgens auf. Heute aber schlief ich länger, weil ich gestern auch lange in meinem Buch über Nikolaj, den letzten Zaren, gelesen habe.

Ich war also noch im Bett am schlafen, als um halb zehn das Telefon klingelte. Ich hastete auf, holte meine Brille, etwas zum anziehen, spurtete ins Büro und nahm den Hörer ab. Es war meine Mutter. Dieser Dialog folgte:

diva: Hallo
Mutter: Hoi, habe ich dich geweckt?
diva: Ja
Mutter: Oh, das ist aber toll, dass du so einen guten Schlaf hast.
diva: (hmpf…)
Mutter: Die Sonne scheint
diva: (*”@#%&+)
Mutter: Hast du schon etwas gegessen?
diva: (?)

Categories: baby on board Tags: