September 23rd, 2011
Diva
Tienka, meine kleine, noch nicht ganz dreijährige Tochter, isst mal ganz wenig und dann wieder gaaanz viel, was für Kinder in diesem Alter völlig normal ist. Neulich gab es einen Tag, an dem sie gaaaanz viel Zmittag ass. Es gab geschnetzeltes Pouletfleisch an einer Champignon-Rahmsauce mit Spiralnüdeli und Salat.
Nachdem sich Tienka gute drei Portionen einverleibt hatte, führten wir folgenden Dialog:
Tienka: Darf ich noch eine Schokomilch haben bitte.
Mama-Diva: Nein, jetzt gibt es nicht auch noch eine Schokomilch, Du hast ja jetzt schon soo viel gegessen.
Tienka: Aber DU hast Dir doch gerade eben auch einen Kaffee rausgelassen.
….
Mama-Diva: Willst Du eine warme oder eine kalte Schokomilch?
Manchmal hat man einfach keine Argumente mehr zur Hand.
Liebe Eltern
Im Kindergarten wurden bei einem oder mehreren Kindern Läuse gefunden. Mit diesem Schreiben möchten wir Sie bitten, Ihre Familie auf die ungebetenen Gäste zu untersuchen.
Bitte beachten Sie das Informationsblatt auf der Rückseite und informieren Sie sich bei Bedarf unter www.kopflaus.ch oder in einer Apotheke. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich an Ihren Hausarzt oder an den Schularzt.
Wir sind auf Ihre Mithilfe angewiesen, vielen Dank.
***
Noch nie im Leben hatte ich Läuse. Aber seit ich dieses Schreiben in den Händen halte, juckt es mich ganz grässlich am Kopf. Willkommen im Club der Chindsgichind-Eltern.
Da wir kürzlich umgezogen sind, haben wir auch neue Nachbarn. Gott oder wessen Lob auch immer.
Kürzlich erschien einer unserer neuen Nachbarn in einem Migros-Budget-T-Shirt, worauf mir dessen Frau, also meine neue Nachbarin erzählte, ihr Mann hätte vor ein paar Jahren eine regelrechte Migros-Budget-Phase gehabt. Konkret ist das eine Phase, in der dieser besagte, meiner Nachbarin anvertraute Ehemann sämtliche Produkte der Migros-Budget-Linie erstand, die seines Erachtens Sinn machten.
Weiter erzählte meine Nachbarin, ihr Mann sei sogar mit Migros-Budget-Kondomen nach Hause gekommen.
Meine Nachbarin ist dreissig Jahre alt. Meine Nachbarin hat vier Kinder.
Note to self: Markengummis kaufen!
Kürzlich am Mittagstisch.
Mama-Diva: Du Notschka, sag mal. Was willst Du eigentlich einmal werden, wenn Du gross bist?
Notschka (4 1/2 Jahre alt): eine Mama.
Mama-Diva: Aber bevor Du eine Mama wirst, was möchtest Du lernen?
Notschka: Autofahren.
Gut, dass wir das geklärt hätten.
Wir sind umgezogen. Das ist auch der Grund, weshalb ich blogweise so lange offline war. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis Büros und Warenlager und Privathaushalt aussortiert, eingepackt, hingefahren, ausgepackt und verstaut wurden.
Das ist aber nicht der Grund, weshalb ich jetzt wieder blogge. Der Grund ist, dass der Ekelfaktor im neuen Haus, welches gar nicht neu ist, bei Regen so gross ist, dass ich ihn teilen muss. Das Haus, welches wir nämlich bezogen haben, ist knapp dreissig Jahre alt und entsprechend sieht die Umgebung aus. Vor dem Haus haben wir etwas Rasen bzw. ein paar Gräser. Hinter dem Haus hat es Büsche und so grünes Zeug, von dem ich nicht weiss, ob es einen Namen hat und ob es überhaupt dazu da ist, zu wachsen. Bei Sonnenschein sieht das ganz okay aus, auf jeden Fall solange, bis wir Zeit und Musse gefunden haben, das Unkraut plattzumachen und durch einen englischen Rasen oder wunderbare Blumenkompositionen zu ersetzen. Bei Regen verhält sich die Sache etwas anders. Dann kommen die Schnecken raus. Und wenn ich etwas nicht leiden kann, sind es Schnecken. Ich kann sie nicht nur nicht leiden, ich hasse sie und finde sie so eklig, dass ich sie auch nie und nimmer zertreten oder durchschneiden oder was auch immer würde. Ich würde sie bloss vergiften und genau das habe ich gerade eben versucht. Ich habe Schneckenkörner genommen, auf deren Packung Schnecken in super Auflösung abgebildet sind, was ich auch superwiderlich finde. Und dann habe ich sie gestreut. Grossflächig. Und da, wo ich Schnecken gesehen habe, habe ich diese so mit Körner beschmissen, dass sie vielleicht an innerer Blutung draufgehen. Ist das widerlich. Nur schon deswegen wünsche ich mir den Hochsommer zurück. Und stimme gleich das passende Lied an: Oh, du goldigs Sünneli, tue doch wieder schiene “träller*.
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