Author Archives: Diva

Antipathielieste

Weil ich der personifizierte Sonnenschein bin und immer nur gute Laune verbreite, bin ich zum Schluss gekommen, dass ich für einmal eine Antipathieliste publizieren sollte. Es gab natürlich ähnliche Posts in der Vergangenheit, aber nie in dieser konkreten Form.

Und weil ich niemanden lange auf die Folter spannen möchte, verzichte ich auf viel Schnickschnack und komme gleich zur Sache. Ohne Vorspiel sozusagen. Skip intro. So. Jetzt. Da:

Rang 10
Toni Brunner

Rang 9
Kim Jong Un

Rang 8
Christoph Mörgeli

Rang 7
Roger Köppel

Rang 6
Petter Northug

Rang 5
Edith Hunkeler

Rang 4
Natalie Rickli

Rang 3
Sascha Ruefer

Rang 2
Sascha Ruefer

Rang 1
Sascha Ruefer

Liebesbriefe

Hier sind die Texte zweier Briefe, die ich vor langer, sehr langer Zeit gekriegt habe.

— snip —

Hallo Du!

Wenn ich auf die Uhr blicke, zeigt sie gerade auf 11.48 Uhr. Natürlich werde ich nicht sauer auf Dich wenn Du über meinen Musikgeschmack spottest. Ich kan nicht Schwul sein, sonst müsstest DU ja ein Knabe sein! Du sagtest doch das einige nicht dafür wären wenn Du Lespisch wärst. Wen meinst Du den damit? Übrigens: Gestern erhielt ich von Bruno ein Lichtorgelapparat und ich schloss ihn auch schon an. Vier farbige (Rot, Blau, Gelb, Grün) Lampen. Das mit den Poper’s (wäck!) tschäge ich nicht so ganz. Merci für die aussage die Du mir hinterlassen hast. Ich finde Du bist auch sehr sehr sehr sehr………….. nett, und einen Karakter hast Du – wansinnig spitze! Natürlich, herzig bist Du auch! Uva. Jetzt gang ich aber gogä phenä!

Tschüssli mit ämä Küssli
S.

*****
Hallo D.

Gestern wollte ich Dich eigentlich noch was fragen, aber…….?
Kennst Du die drei berümten Worte? Sie lauten: Ich Liebe Dich! Natürlich meine ich es im ernst! Noch etwas ernstess: Habe ich dich oder Du mich schon einmal gefragt, ob Du mit mir gehen willst? Ich komme überhabt nicht mehr draus! Wenn ich dich wiedersehe erklärst es Du mir dann? Ich wäre sehr froh.
Ach, mein Bruder sitzt hier und probiert meine Lichtorgel aus. (dieses Arsch) Ich habe auch der Scheiss mit Hardrock aufgegeben! Es kam dazu: Meine Mutter rief mich einmal herunter und ich hörte sie nicht! Demzufolge merkte ich dass dies von der Musik kommt! Darum hörte ich mit diesem Scheiss auf! Jetzt kann ich aber nicht mehr schreiben, denn das ist so ekelhaft! Die roten Lampen etc. Ich sitze fast im dunkeln! Darum schreibe ich noch die letzten Worte: Wie gesagt ich Liebe dich!! Damit passta!

Mit 1001-küssli, de S.

— snip —

Lieber S.

Falls Du diesen Eintrag lesen solltest, verzeih mir bitte die Veröffentlichung dieser Texte, es liegt mir absolut fern, mich damit über Dich lustig zu machen, zumal wir damals ungefähr zwölf oder dreizehn Jahre alt waren und die “Tat” damit wohl verjährt sein dürfte. Dass ich diese Schreiben aufbewahrt habe, spricht für die Bedeutung, die Du in meiner Jugend hattest. Schade, dass wir tatsächlich nie miteinander “gegangen” sind. Aber es scheint, als wären wir beide zu stolz gewesen, den anderen mit der gebührenden Ernsthaftigkeit zu fragen. Umso erstaunlicher, dass unser Techtelmechtel circa fünf Jahre anhielt…

herzlichst
d.

PS: Ich hoffe, dass man Dich heute aufgrund des Schreibstils nicht wiedererkennt…

Herzige arme Patenkinder

Heute habe ich etwas gesehen, das ich sehr befremdend und auch etwas irritierend finde. Und eigentlich auch zum kotzen. Ich habe im facebook Gespräche und Kommentare über Patenkinder in Kambodscha gelesen. Von Menschen, die Geld bezahlen und dafür ein Patenkind in einem Drittweltland kriegen. Und natürlich wird diesem Kind dann etwas ermöglicht, das ohne den reichen Paten aus der Schweiz undenkbar oder nur unter erschwerten Bedingungen denkbar wäre, aber so, wie diese “Paten” hier in der Schweiz darüber parlieren, degradiert es die Angelegenheit zu einer Selbstbefriedigungs-Orgie und das Patenkind wird meines Erachtens seiner Würde beraubt.

Es ist ja lobenswert, wenn sich Menschen für andere Menschen einsetzen und ich finde es toll, dass gewisse Menschen aus Nächstenliebe etwas für Drittweltkinder tun, aber was da abgeht, finde ich nur daneben. So meinte eine Frau, die Gööfli seien total schnüge und eine andere fordert alle auf, eine Patenschaft zu übernehmen, denn “es tut euch selbst mindestens so gut wenn nicht mehr wie dem Kind”.

Natürlich werden die dankbaren Kinder dann fotografiert und das Foto publiziert. Und – der Gipfel – die Kinder werden getagt, und zwar mit dem Namen des Paten / der Patin. Damit alle Welt sieht, wer ein gutes Herz für arme Kinder hat.

Alles, das Ganze ist erbärmlich. Aber die Paten klopfen sich jetzt selbst auf die Schulter und beglückwünschen sich für ihre Selbstlosigkeit. Das ist so kotzenswert armselig. Und das macht mich echt total sauer.

UÄH!

Tätärätätääää

Seit meine grosse Tochter den Kindergarten besucht, kommen immer mal wieder Events auf uns zu, die ich, wenn es nach meinem Willen ginge, schlicht ignorieren würde. Räbeliechtliumzüge sind ja wenigstens noch hübsch anzuschauen und je nach Talent der Kinder auch nett anzuhören. Bei der Kinderfasnacht hört der Spass für mich allerdings auf. Genau das aber blüht uns nächste Woche.

Mir, als die in einer Region mit Gott (oder wem auch immer) sei Dank ohne Fasnachtskultur (man beachte die Ironie dieses Wortes) aufgewachsene Person, bereitet die Angelegenheit jetzt schon Sorgen, meine Töchter indes finden es wahnsinnig spannend und sehen ihrem Auftritt als wahrscheinlich-Prinzessin-vielleicht-auch-Rapunzel und Marienkäfer mit viel Aufregung und grosser Freude entgegen, was wirklich rührend ist, weshalb ich ihnen die auch nicht gänzlich vermiesen möchte. Ich ging ja mein Leben lang als Koreanerin an die Fasnacht und habe einen Feenstab nie wirklich vermisst.

Mir ist einfach nicht abschliessend klar, was diese Fasnacht nun bringen soll. Klar geht es um eine alte Tradition und klar hat das offenbar etwas mit Kulturgut zu tun, trotzdem erkenne ich null Sinn darin, sich zu maskieren um sich dann niveaulos zu benehmen. Mir gelingt das jeweils auch ganz gut ohne Maske und die alljährliche Magenverstimmung reicht mir ebenso, ich halte es deshalb für schlicht unnötig, sich zu besaufen bis der Notarzt kommt. Das tun Kinder zwar noch nicht (oder?), ich sehe diese Kinderfasnacht allerdings als Einstiegsdroge. Meine Mädchen werden angefixt. Und das in einem Marienkäferkleidchen.

Aber ja nu. Was soll ich tun? Ich sehe mich jetzt schon in einer Ecke stehen und mit Konfetti um mich schmeissen. Stimmung!

Schwitzen im Winter

Gestern waren Sam und ich unterwegs, ein Öfeli kaufen. Wir haben zwar ein Öfeli, aber das ist klein und das eine reicht nicht, um unser kaltes Haus auf angenehme Temperaturen zu heizen. Wir haben auch ein zweites Öfeli ausgelehnt gekriegt, aber wenn wir das einstecken, haut es drei Sicherungen bzw. FI raus, was die Sache nur bedingt angenehmer macht. Wir zogen also los. Es war eisig kalt, deshalb brauchen wir ja das Öfeli, entsprechend warm waren wir angezogen.

In den Warenhäusern indes ist es aber jeweils tiptop geheizt, was mich jeweils fast umbringt. Im Wintermantel mit Schal und Handschuhen durch ein warmes Warenhaus zu gehen ist mitunter etwas vom grauenhaftesten überhaupt und es vergehen keine drei Minuten, bis mir ein bisschen schlecht wird. Nach weiteren fünf Minuten rinnt mir der Schweiss vom Nacken den Rücken runter. Nach weiteren zehn Minuten bilden sich Schweissflecken in der Grösse des Kantons Graubünden unter den Achselhöhlen. Der Geruch von Kartonverpackungen, frischem Plastik und Körperausdünstung schwitzender Kunden in meiner Nase lässt mein Gehirn in den Schnellentscheidmodus switchen und ich werde zum Ja-Sager.

Wir haben also das erste Öfeli genommen. Wir werden nicht erfahren, ob es das erstbeste Öfeli war, weil man mich bei diesen Temperaturen so schnell nicht mehr ins Warenhaus bringt.