Schade eigentlich

Mit zunehmendem Alter geschieht es auch häufiger, dass jemand im Verwandten- oder Bekanntenkreis stirbt. Das ist natürlich sehr schade. Manchmal mehr, manchmal, nun ja… man möchte ja auch nicht, dass die Menschen leiden müssen.

Kürzlich also haben wir eine Todesanzeige gekriegt. Die allererste überhaupt, seit Sam und ich zusammen leben. Die erste auch, seit ich erwachsen bin. Die erste also, auf die ich vielleicht hätte reagieren sollen. Bei der verstorbenen Person handelte es sich um eine Person, die wir beide nicht einmal kannten, und die ein biblisches Alter von 101 Jahren erreichte. Den Sohn, welcher uns als Hinterbliebener die Anzeige geschickt hat, kennen wir allerdings, wenn auch nicht gut.

Was also tun.

Zuerst wollten wir eine Kondolenzkarte schicken. Aber natürlich hatten wir so etwas nicht im Haus herumliegen und als wir uns daran machten, die Karte zu schreiben, war nicht mehr viel Zeit, eine solche zu kaufen. Ich fand eine Karte mit einem Smiley drauf. Sam fand eine Karte, auf der “Schade, macht aber nichts” draufstand. Meinen Vorschlag, den Smiley auszuschneiden und wenigstens auf schwarzes Papier zu kleben, verwarfen wir schnell.

Dann aber fand ich noch eine Karte von einer Winterlandschaft von der wir beide fanden, dass sie als Beileidsbekundungskarte knapp durchgehen könnte. Ja und dann – dann suchten wir nach Worten.

Mir kamen die Sprüche “Wer früher stirbt, ist länger tot” sowie “lieber reich und gesund als arm und krank” in den Sinn. Ausserdem noch “Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die heiteren Stunden nur”.

Wir haben keine Karte geschickt. Wir tun es das nächste Mal. Bis es soweit ist, sammle ich angemessene Sprüche. Und Karten.

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