Monthly Archives: February 2011

Warum?

Kürzlich beim Zmittagessen.

Tienka, 2 Jahre alt: Warum streckst Du diesen Finger so?
diva: Weil da ein Pflaster ist.
Tienka: Warum?
diva: Weil ich eine kleine Wunde habe an diesem Finger.
Tienka. Warum?
diva: Hmm… Also – die Haut ist aufgerissen. Als ich das Gläschen mit der gelben Farbe aufmachen wollte, erinnerst Du Dich?
Tienka: Warum?
diva: Was warum, warum ich das Gläschen aufmachen wollte oder warum die Haut aufgerissen ist?
Tienka: Warum ist die Haut aufgerissen?
diva: Weil ich so fest an diesem Verschluss gedreht habe und die Haut sehr trocken war, da ist sie aufgesprungen.
Tienka: Warum?
diva: Warum ich fest am Verschluss gedreht habe oder warum die Haut trocken war?
Tienka: Warum war die Haut trocken?
diva: Weil die Luft trocken ist, das trocknet die Haut aus.
Tienka: Warum?
diva: Weil es Winter ist und im Winter die Luftfeuchtigkeit geringer ist als im Sommer.
Tienka: Ahaaa. Darum.
diva: …?

An die Schweizerische Post

Sehr geehrte Damen und Herren

Gestern, 09. Februar 2011 / 16 Uhr, war ich auf der Poststelle in Hinterpfuiteufel um ein Paket abzugeben. Das Paket haben wir bereits vorfrankiert – wir haben einen Webstamp Account.

Die etwas ältere Dame, ich meine mich zu erinnern, dass ihr Name Frau Trantüte war und soweit ich mich sonst erinnern kann, habe ich sie auf dieser Poststelle noch nie gesehen, aber bei dem rasanten Personalwechsel kann man sich ja schon mal täuschen, hatte es aber überhaupt nicht eilig. Sie stand im Besucherraum und sortierte die zu verkaufenden Papeteriewaren um. Beim Betreten der Poststelle habe ich selbstverständlich gegrüsst, aber das schien Ihre Frau Trantüte ganz und gar nicht zu beeindrucken. Sie führte ihre Tätigkeit mit fast schmerzverursachender Langsamkeit fort. Die Situation war ziemlich grotesk, weshalb ich anfing, sie etwas belustigt anzuschauen. Irgendwann fühlte sie sich dann doch bemüssigt, ihre “Arbeit” zu unterbrechen, wortlos durch die Personaltüre auf die andere Seite zu wechseln, hinter dem Schalter ein “Grüezi” zu murmeln und mein Päckli entgegenzunehmen, das ich persönlich abgeben muss, weil es weit und breit keine Paketeinwurf bzw. anderweitige –abgabemöglichkeit gibt.

Nun mag auch Sie die Geschichte belustigen, aber eigentlich ist sie im Kern doch ziemlich tragisch und sagt sehr viel über das Serviceempfinden Ihrer Mitarbeitenden oder eben Mitnichtarbeitenden aus.

Das wars dann schon. Einen schöne Tag noch und

freundliche Grüsse
Diva

Erb-Gut?

Wir haben zwei Töchter. Diese haben also beide dieselben Eltern (ehrlich). Sie werden auf dieselbe Weise erzogen, essen das gleiche Essen, tragen dieselben Kleider, wenn auch nicht gleichzeitig. Und trotzdem ist die eine wie Hermione Granger und die andere wie Lotta aus der Krachmacherstrasse. Sie verhalten sich nicht nur so, sie sehen auch ein bisschen so aus.

Notschka ist introvertiert, nachdenklich, sehr überlegt, hat einen ausgeprägten Hang zum Klugscheissertum, liest und schreibt und rechnet schon über den Zehnersprung und das mit ihren lausigen vier Jahren.

Tienka ist extravertiert, blitzschnell, frech, mutig und hat einen abgefahrenen schrägen Humor und das, wo sie doch erst viertel nach zwei ist.

Was beweist uns das? Dass die Erziehung vielleicht eine Nebenrolle spielt, aber nicht verhindern kann, was in den Genen offenbar angelegt ist. Niemand weiss das so gut wie ich, die tausende von Kilometern weit von ihren leiblichen Geschwistern aufgewachsen ist und heute sagen kann, dass es trotzdem viel mehr Parallelen zu ihnen gibt als zu den Familienmitgliedern in der Schweiz.

Wir können uns also getrost zurücklehnen, abwarten und hoffen, dass das Erbgut wirklich gut ist.