Monthly Archives: January 2011

Made in China

Jetzt haben Bundesrat Schneider-Ammann (wieso heisst der eigentlich Schneider-Ammann, ist Ammann der ledige Name seiner Frau? Hätten wir Moritz Leuenberger auch Moritz Leuenberger-Loewensberg nennen sollen) und der Chinesische Handelsminister Chen Deming eine Absichtserklärung zur Aufnahme von Verhandlungen eines Freihandelsabkommens unterschrieben, was natürlich eine gute Sache ist für die Schweizer Wirtschaft. Schliesslich gibt es hier und da noch einen Chinesen, der mit Schweizer Aufzügen fahren und Schweizer Gelenke einoperiert bekommen kann, wenn er es sich leisten kann.

Da ich von der Wirtschaft nicht genug verstehe, möchte ich mich jetzt auch nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen. Was ich aber ganz toll finde, war die Aussage von Deming, dass über Menschenrechte in China nur dann gesprochen werde, wenn sie mit der Wirtschaft in Zusammenhang stünde. Sollte über Menschenrechte debattiert werden, die nicht im Kontext mit dem Freihandelsabkommen stehen, würde das den Prozess verlangsamen und das sei, so Handelsminister Chen Deming, unfair gegenüber Schweizer Unternehmen.

Wenn das kein einfühlsamer und rücksichtsvoller Mensch ist, dieser Chen Deming. Immer nur das Wohl anderer im Fokus, gerade bei dieser Sache die Schweizer Firmen. Mei wie rücksichtsvoll. Menschenrechte sind ja auch nicht so wichtig. Die sind ja auch nur eine Made in China.

Im Konflager…

  • Vor ein paar Jahren – genauer genommen sind es mittlerweile ungefähr zwanzig Jahre – waren wir in Beatenberg, deren Bewohner ganz eindeutig sehnsüchtig auf uns Unterländer gewartet haben.
  • hat Roman als erstes das Riitiseili neben dem Lagerhaus kaputt gemacht. Solche Sachen tut er immer.
  • sagte Nici, als wir in Interlaken ins Postauto stiegen, es rieche nach Wichse und sie meinte damit nicht Schuhcreme. Ein anderes Mädchen sagte darauf, sie finde auch, es rieche irgendwie nach Menthol… Der Coolheitsfaktor des zweiten Mädchens sank damit auf unter die Grasnarbe. So war das eben damals.
  • jagte uns der Pfarrer mit Pfannendeckel durch die Gassen des elend langen Bergkaffs. Wir schlugen die Deckel voller Energie aneinander, hörten aber um Schlag 22 Uhr auf damit. Das, weil sich die Bewohner benachbarter Häuser über den von uns verursachten Lärm beschwerten (ha, wollen wir denen mal zeigen, was Lärm WIRKLICH bedeutet).
  • sagte Serge zu Roman, das einzig Positive an ihm sei der Aidstest und wollte damit wohl lustig sein, löste damit aber eine Welle der Antipathie aus und wurde den Rest der Zeit mit vernichtender Nichtbeachtung bestraft. Dieser Serge biss mir einmal in den Arm, was wirklich armselig ist für einen adoleszenten Jungen. Heieiei.
  • schliefen Roman, Martin, Christian und ich keine Minute. Wir haben jede Nacht Karten gespielt. Was tagsüber so ablief, habe ich aus meiner Erinnerung gestrichen.
  • veranstalteten wir in einem Zimmer bei gelöschtem Licht eine Kissenschlacht. Als wir das Licht anzündeten merkten wir, dass einige Kissen geplatzt waren und das Zimmer unter einer Decke weisser Federn war.
  • schütteten wir Serge Rizinusöl ins Essen, was genau gar nichts bewirkte, ausser, dass er einen Heulkrampf kriegte, als wir es ihm erzählten.
  • waren wir 16 oder 17 und fühlten wir uns unglaublich erwachsen. Hahaha.

Milch Milch

Eigentlich mag ich Emoticons. Also, diese Smileys, so ;-) und Lätschlis, diese hier :-( von denen ich nicht weiss, wie sie korrekt heissen, aber ich nenne sie Cry-leys.

Dann gibt es noch das weinende Gesicht, das so aussieht: (T_T)

In Korea verhält es sich etwas anders, dort wird ein weinendes Gesicht so dargestellt: ㅠㅠ – und genau da fängt bei mir jeweils die Verwirrung an, denn ㅠ spricht man “Uyu” aus und das heisst auf Koreanisch Milch. Also lese ich jeweils Uyu Uyu, also zweimal Milch, was – wie man sich vorstellen kann – so gut wie nie in den Satz passt.

Heute las ich den Satz einer Bekannten, die schrieb: “Ich habe mich erkältet, Milch Milch.” Und kürzlich las ich: Meine Ferien sind vorbei, Milch Milch.

Jetzt stelle ich mir vor, wie sich folgender Satz lesen würde: Ich trinke jetzt Milch. Milch macht müde Männer munter. Das würde dann unter Berücksichtigung von Emoticons heissen: Ich trinke jetzt (heul heul). Macht müde Männer munter.

Interessant.

In diesem Sinne: \,,/(-_-)\,,/ (keep rockin’)

Wäschetrockner

Also, was ich lange nicht wusste, ist, dass die grossen Kaffekrüge oder auch -becher oder von mir aus -tassen Tumbler heissen. Ich hätte sie eben pragmatisch Kaffeebehälter genannt. Allenfalls hässliche Kaffeebehälter, denn meistens sind sie von ausgeprägt unschöner Form. Aber ja, so ist das halt.

Doch gestern habe ich bei einem Kontakt von einem Kontakt im facebook gesehen, dass er TUMBLER ist bei Cirque du Soleil und ich habe mich dabei gefragt, ob es nicht anstrengend ist, die ganze Zeit Wäsche zu trocknen und ob es nicht etwas gar dekadent sei, sogar für die von ennet dem Teich, nun Menschen zu engagieren, die Kleider trockenschütteln.

Und ob diesem Gedanken musste ich wirklich lachen. Wie schön, so anspruchslos zu sein, nicht wahr?

An die Falsche geraten

Notschka, Tienka und diva im Coop.

Laute, resolute, grauhaarige Mittsechzigerin, nördlich des Rheins beheimatet mit Hüften, breit wie ein Deutscher Mittelklassewagen, schiebt sich an uns und unserem Wägelchen vorbei und sagt dabei: “Ich darf doch bitte eben mal vor, ich habe ja nur ein Produkt zu zahlen”, was für mich soviel heisst wie “Es kann ja wohl gar nicht sein, dass Du kleine Frau, mit diesen zwei kleinen Gören da, die ja sowieso Zeit zum vergeuden hat, etwas dagegen haben kannst, dass ich mich gleich mal vordränge, weil Du ja wohl siehst, dass ich es eilig und dazu noch nur ein Produkt zu bezahlen habe und wenn Du noch alle Tassen im Schrank hast, dann müssen wir darüber auch keine Sekunde diskutieren, deshalb schiebe ich meinen panzerähnlichen Körper gleich mal hinter euch durch”

Kleine, dunkelhaarige diva: “NEIN”.

Ende der Diskussion.