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Archive for September, 2010

Am Flughafen

September 29th, 2010 No comments

Obwohl ich nicht häufig verreise, kommt es mir doch so vor, als sei ich dauernd auf Flughäfen am warten. Und das ist freilich keine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Aber weil Koreanair ganz offenbar keinen Vorabend-Checkin (mehr) anbietet, musste ich gestern ziemlich früh vor Ort sein. Und weil ich Flughäfen nicht so sehr mag, war ich ziemlich bald am Gate und zählte die Minuten. Ich war leider nicht allein. Da war noch die Familie mit den zwei total verzogenen Jungs, die mit den blauen Flughafenwägeli Fangis spielten und dauernd irgendwo reinputschten. Ich habe mir ehrlicherweise ein kleines bisschen gewünscht, dass einer von Beiden mich ein munziges bisschen streift – leider haben sie’s auch ohne geschafft. Und dann war da noch die junge Koreanerin, die stellvertretend für alle Koreaner – egal ob jung oder alt – einen Handgepäck-Nachzieh-Koffer, eine Tasche, die sie am ausgezogenen Griff des Handgepäck-Nachzieh-Koffers eingehängt hatte, ein Beautycase, eine normale Handtasche, einen Rucksack und drei Plastiksäcke dabei hatte. Auch wenn ich mich bemühe, tolerant zu sein, sowas nervt mich. Es würde mich viel weniger nerven, wenn diese Koreaner wenigstens imstande wären, ihre Reisegepäckstücke zu tragen, aber sie streifen sie dauernd noch irgendwo nach, putschen in andere Menschen, drücken sie mir ins Gesicht. Aber weil eben alle Koreaner so sind, nehmen sie es sich gegenseitig nicht übel. Ich aber sass da und wurde immer grantiger. Ich beobachtete ausserdem die junge Frau mit dem ca. 2-jährigen Jungen, der auch tat, was er wollte. Und bevor wir das Flugzeug betraten, sah die Frau aus, als hätte sie bereits ihre Geduldsreserven anzapfen müssen. Und dann endlich kam die Cabin-Crew. Engelsgleich kamen die Frollein Schtewardessen wie Feen angeflogen. Es waren ungefähr acht. Plus ein Pferd. Ehrlich. Ich war schockiert. Sie hatten eine dabei, die aussah wie ein fleischgewordener Witz. Die war zu gross, zu fleischig, zu hässlich, zu penetrant. Sie sah aus wie Tony Curtis als Josephine. Wahrscheinlich war sie gar nicht so unhübsch, aber neben den anderen Koreanischen Grazien sah sie aus, als hätte sie sich verlaufen und den Anschluss an ihre Quantas-Gspänli verpasst. Die Zeit verging dann doch noch. Über die elf Stunden im Flugzeug möchte ich gar nicht erst anfangen zu schreiben. Jetzt bin ich da, habe mich auch schon übergeben, was zu einem interessanten Ritual zu werden scheint und warte, bis ich irgendwann einschlafen kann.

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Umfrage

September 17th, 2010 2 comments

Weil ich gerade ein paar Minuten Zeit habe:

Wer das Gesicht von Nadine Strittmatter attraktiv findet, soll die linke Hand heben. Danach als Kommentar zu diesem Eintrag “ich” schreiben und abschicken.

Danke.

PS: Jetzt hat %ç&”* Volvo “*”)(ç@ auch noch ein Kind gekriegt. Heitere Fahne.

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Darf man das?

September 10th, 2010 No comments

Darf man behinderte Menschen doof finden? Es ist ja so, dass behinderte Menschen einen Bonus haben. Genau so, wie starkpigmentierte Menschen die Rassismuskarte und jüdische Menschen die Antisemismuskarte hochhalten, sobald man etwas negatives über einen Menschen mit dunkler Hautfarbe (darf man von dunkler Hautfarbe sprechen oder ist das rassistisch?) bzw. semitischem Hintergrund sagt. Da kann die Person noch so ein Kretin sein, das darf man nicht. Und bei Menschen mit Behinderung gilt irgendwie dasselbe. Deshalb überlege ich mir immer mehrmals, ob ich sagen bzw. schreiben soll, dass ich Edith Volvo Hunkeler wirklich unmöglich finde und ich Gefahr laufe, Augen- bzw. Ohrenkrebs zu kriegen, sobald ich sie sehe oder höre.

Aber das war noch nicht das eigentliche Thema. Die Frage, die sich mir stellt, ist, ob man eine Person, die acht Jahre irgendwo im Keller festgehalten wurde, blöd finden darf. Denn diese Natascha Kampusch – ich kann es leider nicht anders formulieren – empfinde ich einfach nur als nervig. Obwohl es mir natürlich schon leid tut, dass sie solange weggesperrt wurde und dass sie ihre halbe Kindheit und ganze Jugend irgendwo in den Tiefen Österreichs verbringen musste. Sowas wünscht man ja niemandem und klar war das irgendwie ungünstig. Aber das täuscht nicht über die Tatsache hinweg, dass sie jetzt die omnipräsente Nervensäge gibt, die gemäss ihren Aussagen nur ein normales Leben führen möchte. Sie würde mich entschieden weniger nerven, wenn sie hinstehen und Sachen wie “Ich habe acht Lenzen an einem nicht so lustigen Ort verbracht, jetzt möchte ich daraus Kapital schlagen und auf den Putz hauen” oder “Dieser Sado-Priklopil war en Depp, aber jetzt ist er mausetot und ich habe was zu erzählen, als hört mal zu” sagen würde. Aber nein, sie lässt ein Buch schreiben, veröffentlicht es mit Pauken und Trompeten und klagt dann die Gesellschaft an, die ihren Fall ins Scheinwerferlicht rückt.

Mitleidsbonus hin oder her. Doof doof doof.

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Autofragen

September 3rd, 2010 3 comments

Wir haben kürzlich ein neues Auto gekauft. Oder vielmehr bestellt. Und weil das Auto noch nicht da ist, kann man eben nur darüber reden und es nicht zeigen, was ich sowieso nur widerwillig täte, schliesslich handelt es sich lediglich um ein Auto. Da gibt es aber Menschen, die schampar interessiert sind an Details, von denen ich eigentlich denken würde, dass sie total irrelevant sind. Es fährt. Hurra. Eigentlich habe ich ein bisschen Angst vor diesen Fragen, weil ich zwar ansatzweise technikaffin, an Autos aber in etwa so interessiert bin wie am Balzverhalten der Südseequalle.

Es gibt aber Menschen, die sozusagen auf Knopfdruck Fragen stellen, wenn man den Begriff Auto nur schon denkt. Fragen nach dem Verbrauch, der Anzahl PS, dem Hubraum, dem Drehmoment (was bitte ist ein Drehmoment? Aaaah… Newton. Äh – Apfel, nicht?)

Normalerweise gebe ich auf die Frage, was für ein Auto ich fahre, die Antwort schwarz. Im Moment reicht das aber nicht mehr und so sage ich dann noch Kia, schliesslich kann man nicht genug Koreaner im Haus (oder vor dem Haus) haben.

Was aber macht es aus, dass sich die Menschen so für die Details eines Automobils interessieren? Ich habe noch nie einen Dialog gehört, wo jemand sagt, er hätte einen neuen Staubsauger und ein anderer fragt dann, wie es sich so saugt damit und wieviel Volt und Watt das Ding hat und welche Rollen. Oder habe ich jemals jemanden nach der Klimaklasse eines Kühlschrankes und der Anzahl Kilowattstunde pro Liter gefragt. Definitiv nicht!

Vielleicht aber bin ich da einfach etwas gar oberflächlich, siehe hier. Auch bei Computern lassen mich die Innereien ziemlich kalt. Was daran liegen könnte, dass wir zwei Kühlschränke haben. Ich geh mal nachschauen, ob es sich um Kompressorkühlschränke, Thermoelektrische Kühlschränke oder Absorberkühlschränke handelt. Nur so für den Fall, dass jemand fragt.

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Tarife

September 2nd, 2010 2 comments

Die Sache ist die. Ich arbeite in einer kleinen Firma, die ein bisschen Handel mit Südkorea betreibt. Südkorea ist die zehntgrösste Industrienation der Welt. Das haben auch alle mitgekriegt. Oh nein, nicht alle, fast alle. In der Schweiz wird die Koreanische Währung nicht gehandelt, weshalb es ziemlich schwierig ist, einen Betrag in Koreanischen Won nach Korea zu überweisen. Es könnte also eine Lösung sein, in Korea ein Bankkonto zu eröffnen um dieses vorgängig ein bisschen zu füllen und die ungeraden Beträge in Koreanischen Won von da aus zu überweisen. Aber wahrscheinlich kann man nicht einfach in Seoul in eine Sparkasse gehen und mal husch ein Konto aufmachen. Deshalb habe ich also abgeklärt, wie so etwas anzugehen ist und es ist erstaunlich einfach.

Man nehme einen Originalauszug aus dem Handelsregister. Dieser lasse man mit einer Apostille versehen. Diese Apostille wird vom Pass- und Patentamt auf der Rückseite des Auszuges gemacht um zu bestätigen, dass das Handelsregisteramt befugt ist, den besagten Auszug auszustellen. Aaaaaha.

Man reiche den HR-Auszug mit Apostille auf der Rückseite der Botschaft der Republik Korea im Original ein, zwecks Legalisation. Oder Legitimation? Egal. Also die Embassy of the Republic of Korea legalisiert das Dokument innerhalb eines Arbeitstages ebenfalls auf der Rückseite.

Ob das Bankkonto damit tatsächlich eröffnet werden kann, werden wir irgendwann sehen. Hier aber noch als Auflistung die Kosten der Dienstleistungen.

Auszug aus dem Handelsregisteramt, CHF 30.00

Apostille des Pass- und Patentamtes, CHF 45.00

Legalisierung der Koreanischen Botschaft, CHF 4.80