Heute Morgen stehe ich also so ein bisschen in den Geschäftsräumen unseres Treuhänders rum und entdecke beim Warten ein Kursbuch (nicht zu verwechseln mit dem Kursbuch der SBB) der Wirtschaftsschule KV Baden-Zurzach für den Winter 2010 / 2011.
Und da sehe ich den Kurs Nr. 30.410. Es ist ein Twitter Einführungskurs. Dieser findet an zwei Abenden statt, erstreckt sich über 8 (!) Lektionen und kostet 290 Franken.
Proscht Nägeli. Nicht nur, dass ich 290 Stutz etwas gar viel finde für sowas, nein, ich frage mich in erster Linie, was man acht Stunden lang lernen soll in diesem Kurs.
Leider wurden wir dann ins Sitzungszimmer gebeten – ich konnte den Anmeldetalon also nicht mitnehmen. Ein herber Verlust.
Nun, wir wohnen ziemlich grenznah. Also nah am grossen Kanton. So nah, dass ich hin und wieder dort einkaufe. Nicht weil es günstiger ist, sondern weil es einfach näher ist als zum nächsten grossen Coop zu fahren. Soweit so interessant. Was mich aber immer wieder erstaunt und worüber ich mich nicht oft genug aufregen kann, sind die Typen am Zoll. Logisch muss man die Grenze passieren und logisch halte ich dann an und kurble das Fenster runter. Ich nehme sogar meine Sonnenbrille ab, sofern ich überhaupt eine aufhabe, nur, um jede Art von allfälliger Provokation zu vermeiden. Und dann das: Der Zöllner schaut nicht. Das heisst, er schaut schon, aber er fixiert ganz offenbar einen imaginären Punkt im Niemandsland. Es sind nicht etwa nur Zöllner, die das so machen. Ich kannte mal einen Polizisten, der es partout nicht schaffte, den Leuten beim Sprechen in die Augen zu schauen. Oder aber er tat es und pulte sich dabei einen eingebildeten Elefanten aus dem Augenwinkel.
Was war zuerst. Sind es verklemmte Menschen, die Jobs wie Polizei- und/oder Zollbeamter bekleiden oder ist man einer von denen und kann den Menschen irgendwann nicht mehr in die Augen blicken?
Es ist ja nicht so, dass mich jeder anstarren muss – das tut Bundesrätin Leuthard häufig genug – nein, ich finde es nur seltsam, dass diese Leute mich ansprechen, eine Antwort von mir erwarten, dabei aber so konzentriert in die Luft schauen, als müssten sie für die Bildung eines Wortes das ganze Alphabet durchgehen. Ich bin trotzdem immer nett. Obwohl ich nie weiss, was ich denen antworten soll auf die Frage, ob ich Waren dabei habe. Natürlich habe ich Waren dabei, angefangen bei dem Gefährt, das mich transportiert, oder die Schweizer Karte im Handschuhfach oder die Kinderschokolade in der Einkaufstüte. Was wollen die eigentlich von mir wissen?
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