Zwei nebeneinander
Also – es gibt die Situation, in der sich zwei Menschen nebeneinander befinden und quasseln. In zwei Fällen ertrage ich es nur schlecht. Die eine ist die im Kino, wenn sich die zwei besagten Menschen vor mir befinden und sich den ganzen Film lang unterhalten. Untermauert wird dies oft durch das wilde Klopfen auf die Schenkel und/oder das rhythmische Stupsen in die Seite mit dem Ellenbogen. Oh Graus. Da ich aber kaum noch ins Kino gehe, trifft mich das nicht mehr ganz so sehr.
Die zweite Situation indes finde ich unglaublich nervig. Es sind die zwei Personen, die auf der Hauptstrasse auf dem Fahrrad sitzen, nebeneinander herfahren und diskutieren. Warum gehen sie überhaupt Velo fahren? Sollen sie doch Tischtennis spielen, dabei lässt es sich doch bestimmt gut plaudern. Meistens sind es ja Männer und es sind wahrscheinlich auch die Männer, die andere auf dem Velo sitzende Menschen anhupen. Und warum haben sich Männer auf einmal soviel zu sagen, wo sie sonst, wenn es beispielsweise um Haushaltspflichten, Beziehungsratschläge, Umweltpolitik, das Schweigen der Lämmer mimen? Und dann – wenn wir doch gleich mal beim Thema sind – wieso tragen diese Männer immer so grauenhafte Veloleibchen? Moment Moment, es ist mir schon klar, dass das super gut ist und genau das richtige für diesen Sport und Aerodynamik und blabla. Aber es sieht ziemlich blöd aus, dieses Trikot mit dem Täschchen hinten für den Kohlenhydrateriegel. Gibt es diese Shirts eigentlich nicht auch uni? Muss denn immer Warsteiner oder Phonak draufstehen? Ich frage ja bloss, weil ich es ansatzweise herzig finde, kleine Jungs im FCZ-Trikot rumrennen zu sehen, es allerdings eher ins peinliche überschwappt, wenn die kleinen Jungen zu grossen Jungs heranwachsen.
Nicht, dass ich nichts Besseres zu tun hätte, als über Velofahrer in Clownskostümen zu schreiben, aber was gesagt werden muss, muss gesagt werden. Velofahren. Als ich noch klein (okay, jung) war, hat man mir beigebracht, am rechten Strassenrand zu fahren. Hintereinander. Was gut ist. Nebeneinander, nix gut.
Und jetzt habe ich wirklich besseres zu tun.

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