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Seuli

February 12th, 2010 Leave a comment Go to comments

Ich habe einen Freund. Nein, ich habe einen Kollegen, also nicht im wirklichen Sinn, wir arbeiten nicht zusammen – hmm also, ich habe einen Bekannten… auch nicht, das klingt zu sehr nach flüchtiger Bekanntschaft. Na dann… – ich hätte einen Freund, wenn er nicht so wäre, wie er ist, bzw., wenn er etwas nicht tun würde, was er tut.

Gut. Also, er heisst Seuli. Er heisst natürlich nicht wirklich Seuli, aber er nennt sich so (warum auch immer, ehrlich gesagt habe ich mich nie getraut, nach Details zu fragen, denn wer will schon wissen, weshalb eine Person, die Seuli heisst, Seuli heisst). Seuli ist Programmierer. Berner. In-Zürich-lebender. Im Sternzeichen Jungfrau. Alles okay, alles gut. Aber Seuli spricht zu laut. Seuli brüllt.

Nicht schlimm? Doch, total. Weil ich mich eigentlich gerne mit Seuli treffe und es auch immer ziemlich witzig ist, weil er einen ähnlich schwachsinnig-dunkelschwarzen-menschenverachtenden Humor hat wie ich, aber jedes Mal, wenn wir abmachen, schreit er mich an, was er wohl nicht absichtlich macht, aber es nervt. Und logisch sage ich ihm jedes Mal, dass er zu laut redet und weil er so laut redet, rede ich auch laut, sowas tut man automatisch und dann sitzen wir in einem Lokal und schreien uns an. Ich  erinnere mich an ein Essen im Outback, als sich sogar der Tischnachbar einschaltete und meinte, seine Mutter würde auch so schreien.

Hallooo? Tischnachbar? Das fehlt ja gerade noch, dass sich die Leute vom Nebentisch ins Gespräch einmischen. Allerdings habe ich mich im Outback noch mehr darüber geärgert, dass Seuli keine Apfelstücke im Essen hatte, wie es auf der Speisekarte eigentlich angekündigt war. Hätte ich gewusst, dass keine Apfelstücke kommen, hätte ich mich auch für dieses Essen entschieden und nicht für diesen jämmerlichen Burger. Nicht, dass ich Äpfel verschmähen würde, nicht grundsätzlich. Aber im warmen Essen mag ich sie nicht. Auch andere Früchte nicht. Lieber Hauptgang jetzt und Dessert später. Fahr mer ab mit Riz Casimir (wieso eigentlich Riz?). Keine Ananas auf der Pizza, keine Pfirsiche im Reis, keine Apfelstücke sonstwo. Aber eben, es hatte gar keine. Nicht einmal auf Apfelstücke kann man sich verlassen. So eine Seulirei.

    Categories: gedanken-gut? Tags:
    1. February 12th, 2010 at 12:32 | #1

      Also, kurze Zusammenfassung der Diskussion im ICQ:
      * ja, ich habe eine laute Stimme
      * ich muss zugeben, dass ich mich nicht mehr an diesem abend erinnere
      * warme fruechte, ikipfui
      * meinen nick habe ich in meinen jungen flegeljahren verdient, jetzt bin ich nicht mehr so jung

      gruess Seuli

    2. February 12th, 2010 at 12:37 | #2

      Flegeljahre hin, Flegeljahre her – was muss man tun, um einen solchen Namen zu verdienen? Nein. Sagen Sie nichts! Ich will es gar nicht wissen.
      Der Apfel wäre übrigens nicht warm gewesen, es wahr eher sowas wie Salat mit Huhn und Apfelstückchen (obwohl – die Apfelstückchen kamen nicht, habe ich das schon erwähnt?)

    3. March 2nd, 2010 at 11:20 | #3

      wir haben uns mal einen grossen camper gemietet und sind mit den kids nach italien gefahren, pisa, rom, venedig. war sehr schön und wir waren ca. 10 tage unterwegs und wir blieben grad dort, wo es uns gefallen hat. den kindern hats sehr gefallen, uns auch.

    4. March 2nd, 2010 at 11:22 | #4

      sorry, irgendwie hat sich mein kommentar zu falschen beitrag verirrt… sollte zum ferienbeitrag gehören ;-)

    5. March 2nd, 2010 at 14:51 | #5

      hihi…

      danke für den tipp. ich warte damit mal, bis die kleine die zwei-jahres-grenze geknackt hat ;)

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