Monthly Archives: January 2010

Viva la Jura

Es gab da dieses Gespräch zwischen der amerikanischen Anwältin Elisabeth Gilson und unserem lieblichen SVP Repräsentanten Christoph Mörgeli. Es ging um die Uiguren (das sind Menschen aus Uiguristan, zu China gehörend, meist sunnitische Islamisten), die nun von den Amis verscherbelt werden. Die US-Anwältin, die ich ja nicht kenne, die aber nicht gerade der schnellste Pfeil im Köcher zu sein scheint, vertritt die Interessen der Brüder Mahnut, die in Guantanamo inhaftiert sind und offenbar den Wunsch geäussert haben, in einem demokratischen Land leben zu dürfen.

Christoph Mörgeli, dessen Visage ich zu gerne mal als Ziel für einen Tritt mit einem Skischuh zur Verfügung hätte, ist von Frau Gilsons Idee mässig bis wenig begeistert.

Aber darum geht es mir gar nicht.

Vielmehr geht es mir um die Kommentare auf Tagi Online. Da schreibt ein gewisser Baptiste Bieler „Von Guantánamo in den Jura. Die Uiguren können einem nur leid tun…”

Ich schmeiss mich fast weg.

Nachtrag:

Soeben sagte Sam zu mir: du weisst schon, dass es DER Jura heisst.

Diva: Ja klar, wieso?

….

Diva: Aha – das ist eben anders gemeint. Es kommt von Viva la Grischa und dann ist es eben nicht Grischa sondern Jura, aber Du hast recht, das versteht keine Sau. Soll ich den Titel ändern?

Sam: Bö, man denkt einfach, dass Du nicht Französisch kannst.

Diva: okay

Murphy ist ein Tubel

Wir brauchen ein neues Auto. Mein Volvo ist zwar nett, aber klein. Zu klein. Also habe ich mich mal umgesehen und umgehört und liebäugle mit einem Kia, der zwar unglaublich hässlich, dafür aber gut ist, was das Preis/Leistungsverhältnis betrifft. Ausserdem ist Kia aus Korea und das kann ja so schlecht nicht sein…

Gut. Also habe ich einen spezifischen Wagen angeschaut, bin etwas damit zur Probe gefahren (um festzustellen, dass – wenn man den Fuss auf das Gaspedal drückt – zuerst mal gar nichts passiert, aber was solls, ich fahre ja keine Rennen damit) und brachte meinen Volvo vorbei um eine Eintauschofferte erstellen zu lassen.

Das war vorgestern.

Gestern war ich mit Notschka und Tienka unterwegs zu meiner Freundin im Kanton Bern. So gegen elf Uhr näherten wir unserem Ziel, auf den Rücksitzen schliefen meine Mädchen friedlich vor sich hin, bis Notschka in Kriegstetten die Augen aufmachte, dann den Mund aufriss und sich das Frühstück, den Znüni und sämtliche Flüssigkeiten von zwischendurch nochmals durch den Kopf gehen liess. Sie kotzte nicht nur sich und den Kindersitz sondern auch die Rücksitze voll. Das kann ja schon mal passieren, wenn man mit kleinen Kindern unterwegs ist. Aber Eh-ren-wort. Notschka ist jetzt drei Jahre alt, wir fahren fast täglich Auto und hatten nie ein Brechfest.

Merde!

Ich habe dann bei minus drei Grad das Auto rausgeputzt und Murphy verflucht. Morgen hat das Auto einen Termin in der Garage, wo die Sitze rausgenommen, gewaschen, gespült und ausgedämpft werden. Danach seien die Sitze wie neu und geruchlich absolut neutral. Wir wollen es hoffen.

Übrigens ist unser neues Familienauto silbrig, was wirklich übel ist. Aber wir haben uns darauf geeinigt, dass das Auto so oder so hässlich ist und es auf eine schreckliche Farbe schlicht nicht ankommt. Ich habe zu Sam gesagt, ich würde dann das Wort „schwarz“ auf die Seite schreiben, dann könne niemand behaupten, es sei silbrig. Sam konnte sich nicht sooo sehr dafür begeistern.

Überfordert

Ich hatte meine erste E-Mail-Adresse 1995 (das war echt früh, Leute!). Ich habe ein iPhone. Ein Notebook zum arbeiten. Ein Mac in der Küche. Ich bin technologisch gesehen wirklich nicht von gestern. Aber ich bin irgendwie überfordert.

Vor ein paar Tagen habe ich mich (berufeshalber) bei diversen Social Bookmarks Sites angemeldet. Bei Mister Wong, bei delicious, bei Stumbleupon, Digg, Yigg und so weiter. Und ich habe mir dabei fast die Zähne ausgebissen. Es war eine echte Herausforderung. Und heute habe mal wieder bei twitter vorbeigeschaut und danach bei xing und linkedin, weil alle diese Sites etwas vernachlässigt werden, seit sich facebook so penetrant in den Vordergrund drängt. Und dabei habe ich festgestellt, dass mir dieses Networking absolut keinen Spass macht und dass ich häufig gar nicht mehr verstehe, worum es eigentlich geht.

Ist das etwas, was mit dem Alterungsprozess einhergeht? Oder bin ich einfach gezeichnet von meinem baby brain (dazu ein anderes Mal mehr)? Das Schlimme ist, dass ich den Übergang von „Oh cool, ein neues Gadget“ zu „Mist, schon wieder etwas Neues, woran man sich gewöhnen muss“ nicht mitgekriegt habe. Und eigentlich kann es mir ja am Allerwertesten vorbeigehen, ich muss ja nicht mit jedem neuen Furz mitdröhnen, aber ehrlich, ich habe Angst, dass ich den Anschluss dann vollends verpasse und mir am Ende von meinen Mädchen im präkindergartenschen Alter neue Geräte erklären lassen muss und ratlos neben einem Billettautomaten stehe (was ich ehrlich gesagt seit Jahren mache). Mir tut es wirklich im Herzen weh, wenn ich alte Menschen sehe, wie sie hilflos vor neumödigen Gerätschaften stehen und versuchen, Geld/ein Ticket/Informationen zu beziehen. Und wirklich, ich möchte auf keinen Fall, dass mich einmal jemand beobachtet und Mitleid mit mir hat. Deshalb bleibe ich wohl mehr oder weniger dran. Mist.

Baby fährt mit

Als ich noch ein kinderloses Leben geführt habe, wunderte ich mich immer ein bisschen über die Leute, die einen „Baby on board“-Kleber ans Auto hefteten.

Heute habe ich zwei kleine, phantastische Mädchen und wundere mich noch immer über Leute, die einen „Baby on board“-Kleber ans Auto heften.

Was genau soll das bringen? Unfall-Prävention? Die haben ja wohl nicht ernsthaft das Gefühl, jemand würde deswegen vorsichtiger hinter ihnen herfahren. Es ist ja nicht so, dass man ein Auto mit einem Kevin-Kleber vor sich hat und dann mehr Abstand hält, um nur nicht in das Auto von Kevins Mama zu putschen.

Kürzlich bin ich hinter einem grossen Mercedes irgendwas hergefahren. Das war so ein Van mit Schiebetüren und Platz für mindestens neun Personen. Das musste der auch bieten, denn es klebten fünf *irgendwer*-fährt-mit-Kleber am Heck. Ich war so verwirrt und erstaunt und irgendwie auch schockiert, dass ich fast einen Auffahrunfall verursachte.

Ich halte es einfach. Auf dem Heck der Autos, die ich in meinem Leben besass – zugegebenermassen waren das nicht sooo viele – klebte immer nur das Bündner Wappen.

Leise, stilvoll, Diva! (Nein, ich fahre Volvo, nicht Mitsubishi).