Falsche Tonart
Heute war ich mit meiner Tochter Notschka (aka SK (nein, sie heisst weder Notschka noch SK aber ich will hier auch nicht den richtigen Namen schreiben) in einem Geschäft mit Rutschbahn. Mit der Rutschbahn können Kinder vom EG ins UG gelangen, wo sich Kinderschuhe befinden (dabei kommt mir ein Witz in den Sinn: Geht eine Russin (kurz nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion) in ein Schuhgeschäft und fragt, ob sie hier Kinderschuhe kriege. Sagt die Verkäuferin – nein, hier gibt es keine Herrenschuhe. Keine Kinderschuhe kriegen sie im ersten Stock. Muahahaha!). Notschka rutschte also die Rutschbahn ab, dabei hielt ich ihre Hand und liess diese erst los, als ein Tunnel kam. Während ich die Treppe neben der Rutschbahn hinunterstieg, kam mir ein Rotzlöffel entgegen, der dann oben gleich auf die Rutsche stieg und mit ca. Mach 3 in meine Tochter hineinputschte. Mit Glace hat das nichts zu tun.
Ich erlaubte mir alsdann, den Jungen darauf aufmerksam zu machen, dass er doch vorher nachschauen soll, bevor er in ein anderes Kind rutscht. Selbstverständlich wusste ich, dass irgendwo in diesem kleinen Raum eine erziehungsbevollmächtigte Person, sprich ein Elternteil von ihm sein musste. Jungs in diesem Alter gehen nicht alleine Schuhe kaufen. Genau genommen machen Jungs das ja in keinem Alter, aber zurück zum Thema.
Eine sitzende Frau – ich nenne sie hier einmal Sympathieträgerin, meinte dann (ohne aufzustehen oder nachzuschauen), dass der Bub das nicht absichtlich getan hätte, worauf ich sagte, ich hätte ihm das auch nicht unterstellt, worauf die Frau in einem nicht gerade freundlichen Ton erwiderte, c’est le ton qui fait la musique (interessanterweise reden Frauen selten freundlich mit mir, was wohl an meinem optischen Äusseren liegt, der vermuten lässt, dass ich einen Migrationshintergrund habe). Ich wollte eigentlich sagen, dass ich mich nicht bemüssigt fühle, einem kleinen, hässlichen (ehrlich!) Scheisser, nachdem er in meine Tochter gedonnert sei, in den Arsch zu kriechen, aber ich liess es bleiben, weil LG des Öfteren meint, ich sei fies und sowieso dürfe man sich über die optische Erscheinung eines Kindes nie negativ äussern und dass ich damals den Jungen, der aussah wie Karlsson vom Dach gefragt habe, ob er Karlsson vom Dach kenne, sei grenzwertig gewesen und dass ich, nachdem Karlsson ohne Aufforderung zu mir gesagt habe, er sei Amerikaner, zur Antwort gegeben habe, ich hätte leider gerade keine Banane aber sollte ich wider Erwarten eine finden, würde ich sie für ihn aufbewahren, sei nicht korrekt gewesen.
Also habe ich nur noch nonverbal mit der Sympathieträgerin kommuniziert, aber wer mich kennt, weiss, dass ich das auch nicht schlecht beherrsche.

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