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Archive for December, 2009

Die Aktuelle des Ex

December 26th, 2009 2 comments

Also. Frauen ticken ja so (auf jeden Fall einige Frauen):

Die Ex des aktuellen Partners interessiert grundsätzlich, insbesondere dann, wenn sie Schluss gemacht hat. Weil davon ausgegangen werden muss, dass der jetzige Partner noch immer mit der Ex zusammen wäre, hätte sie die Sache nicht irgendwann beendet.

Die aktuelle Partnerin des eigenen Ex interessiert nur, wenn der Partner Schluss gemacht hat, weil man dann davon ausgehen kann, dass die Aktuelle im Auge des Ex etwas Besseres ist, was sie natürlich unter keinen Umständen sein kann, aber trotzdem, der Ex hat offenbar eine komische Wandlung durchgemacht.

Die aktuelle Partnerin des Ex interessiert jedoch nicht die Bohne, wenn man die Sache mit dem Ex selbst beendet hat.

Soweit so klar. Jetzt ist die Aktuelle des Ex schwanger. Das interessiert nur dann, wenn der Ex damals, als er noch der Aktuelle war, unter keinen Umständen Kinder haben wollte. Wollte er schon damals Kids haben, interessiert die Aktuelle des Ex keinen Schimmer.

Logisch.

Wenn jetzt aber der Ex kommt und einen einlädt, bei ihm und der Aktuellen Znacht zu essen, dann mutet das mitunter etwas seltsam an. Besonders dann, wenn der Ex bereits seit über einem Jahrzehnt der Ex ist und sich der Kontakt zwischen den Exen auf ca. acht Geburimails ihrerseits und keinem Geburimail seinerseits beschränkt hat.

Ich habe dankend abgelehnt. Vielleicht, weil ich nicht mal ein Quentchen neugierig bin. Vielleicht auch, um dem Supergau am Esstisch zu entgehen. Ich lese lieber ein Buch. Ehrenwort.

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Meine Güte

December 25th, 2009 No comments

Gestern habe ich mich mit einer lieben, sehr jungen Freundin getroffen, die ich seit fast vier Jahren nicht mehr gesehen habe. Mittlerweile hat sie ausstudiert und arbeitet für eine grosse Anwaltskanzlei mitten in Seoul. Damit gehört sie definitiv zu den Gewinnern hier, obwohl sie im Sekretariat arbeiten muss, bis etwas in der Übersetzungsabteilung frei wird, sie hat nämlich Französisch studiert.

Als ich sie das letzte Mal gesehen habe, trug sie vorzugsweise Jeans mit alten Turnschuhen, wieso auch nicht, schliesslich stört das in der Uni wohl niemanden.

Gestern aber kam sie im Anzug. Ich meine – sie trug Miniröckchen und High Heels. Soweit so lustig, sie konnte darin nämlich beinahe nicht gehen und muss nun regelmässig die Blasen am Fuss behandeln lassen. Dass sie mit Jeans nicht im Büro auftauchen darf, kann ich absolut nachvollziehen, die Koreaner sind da ziemlich konservativ. Aber sie bräuchte nicht unbedingt mit 10cm Absätzen herumstakeln. Sie sagt aber, sie fühle sich so feminin mit hohen Absätzen. Nun ja, wenn sie das mag, sie ist mit den hohen Absätzen immerhin so gross wie ich in alten Stiefeln ohne Absätze und ich gelte ja schon als klein…

Was mich aber wirklich wirklich fast wahnsinnig gemacht hat, war der Ausruf „Oh my goodness“. Einmal so dahergesagt, mag das ja noch drinliegen. Aber sie quietschte ihn gestern 32 Mal ab dann, wo ich angefangen habe zu zählen. Und angefangen habe ich erst, als ich fand, es käme etwas gar oft. Wir gingen der Strasse entlang und sie sagte „Oh my goodness“. Wir sassen im Kaffee und als sie den Kuchen anbiss, sagte sie „Oh my goodness“ (zugegeben: ich auch). Sie schaute die Bilder meiner Töchter an und sagte „Oh my goodness“. Sie sagte dauernd und über alles „Oh my goodness“. Ich wurde zunehmend genervter und sagte dann „Oh my goodness, es ist erstaunlich, wie oft du Oh my goodness sagen kannst“. Dann war Ruhe, weil sie nicht wusste, ob ich es ernst meine oder witzig fand und ich beliess es auch dabei.

Oh my goodness, war das nervig!

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Da ist der Wurm drin

December 24th, 2009 No comments

Das, was ich jetzt erzähle, ist wirklich super eklig und zart besaitete Blogleser tun gut daran, jetzt Kaffee trinken zu gehen und nicht mehr weiterzulesen.

Ich würde auch gehen, aber ich muss diesen schlimmen Post ja zuerst schreiben. Also los.

Als ich noch ganz ganz klein war (nein, nicht gestern!) erzählte mir die alte Frau Wittwer, wie sie und ihre Schwester sich gegenseitig die Würmer aus der Nase gezogen hätten. Und sie redete dabei nicht über Sprichwörter. Damals, zwischen erstem und zweitem Weltkrieg, hätten viele Menschen und insbesondere Kinder Würmer gehabt – im Darm, im Magen, überall. Diese Geschichte war wohl der Ursprung meiner Wurmphobie. Frau Wittwer war damals schon hart an der Debilitätsgrenze (wenn nicht schon drüber) und heute hat sie wohl tatsächlich überall Würmer. Aber das ist jetzt gerade etwas gar morbid.

Auf jeden Fall fand ich das ganz schlimm und ich stellte mir vor, dass ein Wurm vom Magen den Hals raufschleicht und dann die Luftröhre wieder runter und dass man dann einen Wurm raufhustet und  wenn es mich juckte, ganz hinten im Hals – am Anfang einer Erkältung zum Beispiel, kam mir diese Geschichte immer in den Sinn. Und einmal, ich war wohl in der Unterstufe Primarschule, also noch immer ziemlich klein, entdeckte meine Mutter einen Wurm im Klo. WIE EKLIG IST DAS DENN! Er war einfach da, aber von mir kam er nicht, denn ich hatte nie Würmer. Diese Geschichte allerdings mag der Grund sein, weshalb ich zu Verstopfung neige. Ich habe in dem Moment aufgehört, nach der grossen Sitzung ins Klo zu gucken, bevor ich die Spülung getätigt habe.

Heute habe ich zwei kleine Töchter und die grössere, die entwickelt gerade sowas wie Fäkalhumor. Furzen und Gaggi machen sind hoch im Kurs und wenn das grosse Geschäft abgeschlossen ist, dann soll das Produkt auch bestaunt werden. Horror! Und die Kleine trägt noch Windeln und man stelle sich mal vor, was das für ein Bild abgäbe, wenn man die Windel mal aufmacht und igitt, das ist wirklich alles grauenhaft.

Wieso schreibe ich sowas, das ist wirklich übel übel übel.

Weg.

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Folienputz

December 19th, 2009 1 comment

Da, wo ich aufgewachsen bin, hat es einen Hügel bzw. Pass bzw. Berg, der sich zum Schlitteln sehr anbietet. Allerdings ist der Reiz des Schlittelns am Hausberg irgendwann etwas verblasst und gerade während der adoleszenten Phase gibt es andere Reize, denen man offener gegenübersteht.

Nun ist die Sache ja aber die, dass der Winter einmal im Jahr kommt und mit ihm auch der Schnee (als ich jung war, hatten wir noch viel viel Schnee im Unterland, von global warming war noch nichts zu hören, damals sorgten die Borkenkäfer für die Sorgenfalten der Grünen). In unserer Schule löste das insbesondere bei den Lehrern den Schlittelreflex aus, welchen ich und ein paar meiner Schulfreundinnen – namentlich Mona, Nina und Fiona – noch nicht mal im Entferntesten spüren konnten. Wir gaben uns also aufmüpfig, sodass der Lehrer sich einverstanden erklärte, uns mit einer anderen Aufgabe zu betrauen, währenddessen die bubigen Schüler dem Schlittelplausch frönten. Wir waren um die 15 Jahre alt, vier Mädchen mit dem Coolnessfaktor 100+.

Die Aufgabe des Lehrers war ziemlich einfach. Es gab einen Hellraumprojektor, dazu eine Folie und eben diese Folie musste geputzt werden. Mit Wasser und an den hartnäckigeren Stellen mit Nitroverdünner, Kanister anbei.

Klar hatten wir es lustig, lästerten, machten Witze, assen Süssigkeiten und hörten wahrscheinlich Nik Kershaw und/oder Kim Wilde und alles hätte ein gutes Ende nehmen können, wenn nicht eine von uns (ich bin mir ziemlich sicher, dass ich es nicht war) auf die glorreiche Idee gekommen wäre, den Nitroverdünner auszuleeren und die Folie ratzfatz durch das entstandene Seelein zu ziehen.

(Ich kann das Stirnrunzeln der Leser ja fast schon sehen).

Die Sache ging tip top voran, bis jemand merkte, dass da, wo das Seelein war, ein See entstand, weil der Nitroverdünner den Bodenbelag angriff und schon eine grosse Delle entstanden war. Clever wie wir waren, holten wir Wasser. Denn Wasser neutralisiert. Wir brauchten viel Wasser, weil sich der Verdünner schon richtig durch den Boden frass. Also holten wir viel Wasser. Aber es half nichts, der Boden-aufätz-Prozess liess sich nicht aufhalten. Und so taten wir das, was man in solchen Situationen tunlichst nicht tun sollte. Wir liessen einfach alles so, wie es war und hauten ab.

Ich weiss nicht mehr ganz genau, wie es weiterging, ich kann mich aber noch erinnern, dass wir ein telefonisches Aufgebot bekommen haben, uns anderntags etwas früher in der Schule einzufinden…

Falscher Witz

December 18th, 2009 1 comment

Es ist halb vier Uhr am Morgen. Ich habe mich um eins hingelegt, bin ziemlich schnell eingeschlafen und vorhin – ping – hellwach im Bett gelegen. Das kann ja heiter werden. Und gerade eben kam mir etwas in den Sinn. Nämlich, dass ich an einem Anlass, der vor ein paar Monaten stattfand, so richtig herzhaft lachen musste und das kam so:

Ich war zu einem Anlass eingeladen, an dem sich ein paar Leute trafen, die sich von früher kannten. Wie das so ist, liegen an solchen Orten auch öfter mal Bilder auf von den Teilnehmern. Bilder, von denen man gehofft hatte, dass sie nie gemacht wurden und wenn doch, dass sie vernichtet wurden und wenn nicht, dass sie wenigstens im alten Schuppen gelagert wurden, der vor 12 Jahren abbrannte. Oder so.

Wir standen also so da, Simone, Sue, Rahel, Jeannette, Christian, Philippe und so weiter, als Jeannette auf einmal sagte, da läge ein Foto ihrer Schwester.

„Das bin nicht ich“, sagte sie „das ist Nanette“, worauf ich wirklich heftig lachen musste und zu Simone, die gerade neben mir stand, sagte, warum die denn ihre Töchter Jeannette und Nanette tauften, aber Simone fand das nicht komisch. Sie verstand mich erstens kaum, weil ich ja vor lauter Lachen keinen geraden Satz stottern konnte und als sie es endlich verstand, sagte sie, Jeannette heisse ja gar nicht Jeannette sondern Jeannine, worauf ich noch mehr lachen musste, denn sie hatte natürlich recht, Jeannette gab es gar nicht.

Ich lachte also und lachte und fand es total doof, dass Jeannine gar nicht Jeannette hiess, weil das bedeutete, dass ich über etwas lachte, das völlig absurd war.

Und ausser mir fand das auch niemand sonst komisch. Wie so oft.

Aber ich, ich lache immer noch, obwohl dieses Treffen mittlerweile acht Monate zurück liegt.

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