Monthly Archives: May 2007

Geständnisse

Täglich, nein fast stündlich, gesteht ein Rad- bzw. Ex-Radrennfahrer, einst gedopt zu haben. Die Frage ist, ob es sein musste, sich zu dopen. Eine weitere Frage ist, ob es sein muss, dies jetzt auszuplaudern. Aber die brennendste Frage ist meines Erachtens, ob es wirklich nötig ist, dass alle so tun, als wären sie überrascht.

Die Mutter in mir

Heute ist LG an einem Fest und ich mit unserer klitzekleinen Tochter SK zu Hause. Vor dem Abendschoppen packte ich SK in die Bauchtrage und ging mit ihr spazieren. Als wir schon auf dem Heimweg waren, kamen wir an fünf Kindern vorbei, die sich mit Dreck bewarfen. Mir ist es ja einerlei, womit sich die Kids von heute bewerfen, aber als ich in ihre Nähe kam – es waren drei Mädchen und zwei Knaben im Alter von ungefähr zehn Jahren – hörte ich, wie ein Mädchen zum anderen Mädchen sagte, sie würde mich bewerfen. Ich ging also weiter und da geschah es tatsächlich. Die blöde Göre warf mir Dreck hinterher!

Ich drehte mich zu den Kindern um:

diva: findet ihr das witzig?
Kinder: kicher
diva: und?
Kinder: kicher
diva zu Wurfmädchen: Wie heisst Du?
Wurfmädchen: das sage ich nicht (oh Wunder!)
Junge, der daneben stand: Sie heisst *Name des Mädchens* (Was ist denn das für ein Verräter?!)
diva: Und wie ist ihr Nachname?
Junge, dessen Namen ich nicht kenne, aber nennen wir ihn einmal Judas: *Nachname*
diva: Danke, dann rufe ich mal die Eltern von diesem Mädchen an.
Wurfmädchen: Du hast ja die Telefonnummer nicht, ätsch!
Anderer Junge, dessen Namen ich auch nicht kenne, aber nennen wir ihn mal Klugscheisser: Die kann sie rausfinden, das ist ganz einfach!
diva: Tschüss
Wurfmädchen: Tschau Chines!
diva: kicher

Also ging ich nach Hause, rief die Eltern des Mädchens an und beschwerte mich über diese freche Göre. Die Mutter nahm das Telefon ab und reichte den Hörer dann dem Vater weiter, der mich anhörte und sagte, er würde mit der Tochter sprechen. Diese war übrigens mittlerweile nach Hause gerannt und behauptete, sie hätte niemanden mit irgendwas beworfen, was natürlich nicht gerade für die Intelligenz des Mädchens spricht. Auf jeden Fall sagte ich, dass ich es absolut überhaupt nicht in Ordnung fände, wenn Mütter mit viermonatigen Babies beim spazieren mit Dreck beworfen werden und dass mir dann noch Chinese hinterhergerufen wurde fände ich ebenso frech wie ich es nicht estimieren würde, von fremden frechen Kindern geduzt zu werden. So.

Eigentlich finde ich es doof, dass ich dort angerufen habe. Und eigentlich bringt das niemandem was. Aber hey, ich bin Mutter einer munzigen Tochter und wenn meine Tochter mit einem Mikrogramm Dreck beworfen wird, dann raste ich aus. Ich habe mir dann überlegt, ob ich mich jetzt deswegen schlecht fühle. Und nein, tu ich nicht. Ich fühle mich im Gegenteil gut und bin richtig froh darüber, dass ich diesem blöden Wurfmädchen den Samstagabend versaut habe.

Jawohl.

Aus cool wird peinlich

Einen Bancomaten im Kundenraum einer Bank mit einem Brecheisen aus der Verankerung zu rupfen und mit einem Sackrolli wegzukarren ist so jenseits, dass es schon fast cool wirkte auf mich.

Den Bancomaten nicht aufbringen und ihn dann auf einem Feld nebst einem Hammer liegen zu lassen, ist hingegen eher peinlich.

So schnell kann’s gehen…

Curry zum Znacht

Ich bin in vieler Hinsicht altmodisch. Vielleicht wundere ich mich deshalb über Menschen, die sagen, sie hätten ein “Curry” gegessen. Ich meine… ist das nicht etwas wenig? Und – was hatten sie am Tag zuvor, ein “Aromat”?