Monthly Archives: October 2006

In der Apotheke

Dies ist die Geschichte über das Verkaufsgespräch einer Pharmaassistentin, nachfolgend PA genannt, und diva.

diva: Grüezi.
PA: Grüezi.
diva: Ich hätte gerne einen Nasenspray. Allerdings einen, der nicht ganz so aggressiv ist wie zum Beispiel Triofan oder Arbid-Top.
PA: Wie meinen Sie das?
diva: Hm. Also, er sollte die Schleimhäute nicht angreifen.
PA: Ahaaaa.

PA schlendert davon, diva wartet.

PA: Es gibt einen Spray von Similasan, der ist homöopathisch. Und dann noch den von Vogel.

Diva schaut sich die zwei Packungen an. Auf der Packung des Nasensprays von A. Vogel steht: Homöopathisches Arzneimittel.

diva: Der von Vogel ist auch homöopathisch.
PA: Nein.
diva: Da steht aber “Homöopathisches Arzneimittel”.
PA: Ja, aber er ist nicht.
diva: Aha. Sie meinen, da steht “Homöopathisches Arzneimittel” drauf, es ist aber gar nicht homöopathisch?
PA: Ja.
diva: Gut. Dann nehme ich den, auf dem homöopathisch draufsteht, auf dem aber nichts homöopathisches drin ist.
PA: okay.
diva: *stirnrunzel*

Happy Stalking

Da lese ich auf Tagi online, dass ein 31-jähriger Journalist vom Vorwurf der Drohung freigesprochen wurde, weil in der Schweiz kein Stalking-Gesetz existiere. Und das, obwohl er eine Frau über Jahre hinweg mit SMS und E-Mails belästigt und ihr gedroht haben soll, worauf sie schlussendlich die Polizei einschaltete.
Am Ende wurden ihm vom Gericht sogar noch 500 Franken Entschädigung zugesprochen. Und das nur, weil es (noch) kein entsprechendes Gesetz gibt, gegen welches er mit seinem Verhalten verstossen hat, obwohl nun allen geistig ansatzweise gesunden Menschen klar sein sollte, dass sich so ein Verhalten schlicht nicht gehört.

Schicken wir ihm zu den 500 Mäusen doch noch einen Obstkorb hinterher aus reiner Dankbarkeit, dass er die Frau “nur” terrorisiert hat. Himmel, wie tragisch.

Die amische Leit

Da ist mal wieder einer Amok gelaufen in Amerika. In Pennsylvania wurden in einem Amischdorf einige Mädchen erschossen. Das ist zweifelsohne eine tragische Geschichte, zumal sich der Täter offenbar für etwas rächen wollte, was ihm im zarten Alter von zwölf widerfahren war. Was mich aber etwas stutzig gemacht hat, als ich den Artikel in der Zeitung gelesen habe, war folgendes.

Die Amisch sind – soviel ich weiss – Nachfolger von deutschsprachigen Immigranten, die noch immer leben wie im 18. Jahrhundert. Also ohne Waschmaschine, Telefon, Computer, Reissverschlüsse, Kondome, Geschirrspüler, Kugelschreiber… (die Liste könnte noch eine Weile fortgesetzt werden). Als aber dieser Amokläufer in einem Klassenzimmer (dem einzigen Klassenzimmer) der örtlichen Schule (der einzigen Schule) Schulmädchen als Geiseln genommen hatte (womit klar war, dass er die Buben laufen liess), alarmierten die freigelassenen Jungs/Lehrerin/Schulangestellten offenbar die Polizei. Diese stürmte das Schulzimmer, als der erste Schuss zu hören war. Soweit so gut.

Gestern waren in der Tagesschau Bilder des Dorfes zu sehen und ich bezweifle, dass es dort eine Polizeistation gibt, weil das Dorf munzig ist und ich die Amisch nicht so einschätze, dass sie eine Polizeistation tolerieren würden. Fragt sich also, wo sich die nächste Polizeistation befindet. Amerika ist ja bekanntlich ein grosses Land und die Dimensionen etwas anders als hier bei uns. Wenn ich also davon ausgehen muss, dass ein freigelassener Schulbub in das nächste Dörfchen gerannt ist, muss das Stunden gedauert haben, weshalb ich das eigentlich ausschliesse. Fragt sich also noch immer, woher die Polizei von dem Vorfall wusste. Damit drängt sich langsam der Verdacht auf, dass sie telefonisch alarmiert wurden. Und das wiederum würde bedeuten, dass ein Amischmitglied ein klitzekleines Telefönchen besitzt. Da ist doch was faul, im Staate Pennsylvania.