Im Dessousgeschäft
Da war ich kürzlich in Chur in einem Dessousgeschäft. Eigentlich nenne ich es ja Unterwäscheladen, aber das klingt so hemdsärmelig und ich bin ja Frau von Welt.
Also, in diesem Geschäft, in welchem es schöne Unterwäsche, Badeanzüge und Bikinis zu erstehen gibt, stand ich ein bisschen blöd in der Gegend rum und schaute mir Büstenhalter an. Bald kam eine junge Verkäuferin um mir zu “helfen”. Ich brauche eigentlich keine Hilfe beim Kauf eines BH, aber da sich diese Verkäuferinnen so schlecht abschütteln lassen (was ich aus Erfahrung weiss), gab ich gleich nach und nahm die “Hilfe” an. Sie schickte mich mit einem BH im “Indianerlook” in die Umkleidekabine. Und dann geschah das, was jedes Mal passiert in diesem Laden. Ich zog mich aus, den BH an, und dann ging der Vorhang auf und die blöde Kuh kam rein um ihren Senf dazuzugeben. Sie zupfte an meinem BH und “richtete” ihn, als ob sie besser wüsste, wie ich ihn zu tragen pflege.
Nicht schlimm? DOCH, ich mag es nicht, wenn eine mir wildfremde Person an meinen Brüsten rumfummelt. Ich brauche keine Hilfe beim Anprobieren von Unterwäsche, die nichts der Fantasie überlässt. Ich kann mir meine Meinung auch selbst bilden.
Ich bat also dieses Frollein, meine Kabine zu verlassen, was sie dann etwas beleidigt machte. Ich ging davon aus, dass sie es gut gemeint hatte und kriegte ein schlechtes Gewissen, obwohl sich diese Situation jedes einzelne Mal in diesem Laden genau gleich abspielt. Alle schlichen sie davon und nahmen eine Haltung an, als hätte ich sie geohrfeigt, und jedes Mal kriegte ich so etwas wie Mitleid und kaufte mehr, als ich eigentlich wollte. So auch in Chur.
Beim Bezahlen sagte die Verkäuferin, sie würden beim Verkauf von Artikeln aus ihrer “Indianer-Kollektion” eine kleine Feder verschenken, die man wahlweise an der Handtasche / am Handy / am Schlüssel befestigen könne. Ich lehnte ab. Ich wollte diese Feder nicht haben. Auch nicht geschenkt. Schon wieder dieser Blick. Ich bezahlte, verliess den Laden und fühlte mich schlecht, dabei wollte ich doch nur allein sein, in meiner Kabine.

hmm, die feder hättest ja ohne schlechtes gewissen nehmen können – quasi als entschädigung für die störung in der kabine…
gopf…bei mir kommt nie jemand rein…
hihi… das leben ist kein biscuit, deshalb würde es sich in deinem fall um einen alten, heruntergekommenen verkäufer handeln, was ungefähr das pendant zu meiner störenfriedin darstellen würde.
Typisch Frau, kann ich da nur sagen. Können sich noch stundenlang hinterfragen, ob sie jetzt richtig oder falsch gehandelt, jemanden beleidigt oder gar verletzt hätten. *grins*
Uii nein. Dann schicke ich doch lieber wieder meine Frau meine Unterwäsche kaufen. Sie hat ja auch eindeutig den besseren Geschmack als ich. (ups sollte ich wohl nicht sagen)