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Archive for March, 2006

Geburtsanzeigen

March 31st, 2006 No comments

Mitunter etwas vom Peinlichsten überhaupt sind meiner Meinung nach Geburtsanzeigen. Zur Verteidigung der Versender muss ich sagen, dass man es mir auch kaum Recht machen kann. Ich werde immer etwas finden, was ich zu kritisieren habe. So gesehen hat man bei mir schon verloren, wenn die Marke am Umschlag befestigt ist.

Ich finde es okay, eine Geburtsanzeige zu kriegen, die mit den notwendigen Eckdaten des Neugeborenen versehen ist (Name, Geburtstag, Grösse, Gewicht). Obwohl mich das Gewicht des Babys ehrlich gesagt nicht die Bohne interessiert, aber diese Info mag, angesichts der von den Eltern verspürten Euphorie, noch so durchgehen.

Was aber nicht geht, sind Karten, die aus der Sicht des zweijährigen Geschwisterchens geschrieben wurden. Auf diesen Karten steht dann, dass sich das (zweijährige) Kind X über das (neugeborene) Geschwister Y total freut und es auf der Erde Willkommen heisst. Meistens weiss das Kind auch, dass sich die Eltern total fest freuen und schreibt dies ebenfalls auf die Karte. Dieses zweijährige Kind kennt auch die Adresse der Familie UND die Koordinaten des Krankenhauses. Dieses zweijährige Kind weiss alles, kann auch schon schreiben und kriegt sich fast nicht ein vor Freude. Warum bloss habe ich aber den Verdacht, dass sich eben dieser vermeintliche zweijährige Kartenschreiber eher die Hand abhacken, als diese Karte schreiben würde, selbst wenn er es könnte. Denn dieser zweijährige Knirps findet es mit Sicherheit NICHT witzig, dass das neue Kind die ganze Aufmerksamkeit kriegen wird und sich jeder im Grunde vernünftige Mensch über das frische Kind beugen und Laute von sich geben wird, die eine Geisteskrankheit vermuten liessen. Das zweijährige Kind ist bestimmt mehr an einem Erdbeereis als einem Geschwister interessiert.

Noch übler sind Karten aus der Sicht des Neugeborenen. Auf solchen Karten steht dann, dass der Kartenschreiber soeben das Licht dieser wunderbaren Welt erblickt und damit seine Eltern glücklich gemacht hat. der Kartenschreiber weiss, wann er zur Welt gekommen ist, wie gross er gerade ist und was er bei der Geburt wog. Dabei geht das gar nicht. Denn Neugeborene können gar nicht schreiben. Ich lass mich doch nicht verarschen. Mit mir nicht! Pffffts!

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Verpasste Filme

March 30th, 2006 1 comment

Hier eine Auswahl von Filmen, die ich nie gesehen habe:

The Matrix Revolutions
Titanic
Independence Day
Ocean’s Twelve
E.T.
Der Herr der Ringe
Star Wars 1 – 97
King Kong

Hier eine Auswahl von Filmen, die ich gesehen habe, von denen ich mir jedoch wünschte, sie nie gesehen zu haben:

Rocky V
Lost in Translation
Rambo III
Tanz der Teufel
Planet der Affen
Yentl

Hier eine Auswahl von Filmen, die ich öfter als einmal gesehen habe:

Sissi I – III
Monty Python and the Holy Grail
Groundhog Day
Fargo
Pulp Fiction
Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

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diva und der Ranger

March 29th, 2006 1 comment

Neulich, es war an einem Samstagnachmittag, klingelte es an meiner Haustür. Weil ich mich gerade im unteren Stock befand, öffnete ich die Tür, um dann einem Ranger einer Telekommunikationsunternehmung gegenüber zu stehen. Es handelte sich um einen älteren Mann, der aussah, als würde er diese Arbeit nur widerwillig ausführen. Als erstes machte er sich dann über meine Finken lustig, wohl um die Stimmung etwas aufzulockern. Sich über meine Finken lustig zu machen heisst allerdings auch, den direkten Weg in die Hölle einzuschlagen und ist ein Garant dafür, dass sein Anliegen auf eher taube Ohren stösst. Aber wie auch immer, ich machte mit und genoss.

Folgender Dialog spielte sich also ab in unserem Treppenhaus (NACH seinem Brüllerwitz über meine Pantoffeln):

Ranger: Guten Tag, ich wollte Sie fragen, über welchen Anbieter sie telefonieren.
diva: Na dann fragen Sie
Ranger: Also, wenn Sie zum Beispiel über Swisscom telefonieren würden, äh… tun Sie das denn?
diva: Ja
Ranger: Also, äh… wenn Sie zum Beispiel über Swisscom telefonieren, dann bezahlen Sie vielleicht zuviel.
…. lange Pause ….
diva: Und?
Ranger: Äh…, also, es könnte interessant für Sie sein, zu wechseln.
diva: Ist es nicht.
Ranger: Ist es nicht?
diva: Ist es nicht.
Ranger: Wieso?
diva: Das muss ich nicht begründen.
Ranger: Stimmt, das müssen Sie nicht begründen. Also, dann wollen Sie nicht wechseln?
diva: Nein.
Ranger: Ah. Ja. Also, dann äh… wünsche ich ein schönes Wochenende.
diva: Danke, das wünsche ich Ihnen auch.

Ich schloss die Tür. Ich erzählte meinem Mann kurz davon und ging in den ersten Stock, um zu lesen. Ein paar Minuten später klingelte es nochmals, aber leider war ich nicht schnell genug, um als erste an der Tür zu sein. Also öffnete mein Mann die Tür und verklickerte dem Ranger, dass er bereits auf der zweiten Runde zu sein schien.

Ehrlich gesagt hätte ich so gerne nochmals die Tür aufgemacht. Ich denke, der Ranger hätte das auch gewollt.

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Frühlingserwachen

March 28th, 2006 2 comments

Jedes Jahr aufs Neue kommt der Frühling. Das ist eine tolle Sache. Die dicken Winterklamotten können verstaut werden, die Hormone tanzen (nicht immer lustig) und die Verdecke der Cabrios werden alsbald nach hinten geklappt (von kurzen Röckchen und ärmellosen T-Shirts ganz zu schweigen). In meinem Leben spielen die kurzen Röckchen eher eine untergeordnete Rolle, aber es gibt etwas, was sich jedes Jahr wiederholt.

Immer im Frühling, sobald die Sonne die Luft auf annähernd 20° erwärmt, schaue ich in den Garten meiner Nachbarn rechts und in den meiner Nachbarin links und stelle fest, dass diese schon reich mit Blumen und Pflanzen, Gemüse und Sträuchern, Bäumen und lustigen Accessoires ausgestattet sind. Das allein ist noch nicht das Problem. Das Problem ist, dass ich keinen grünen Daumen habe. Und dass ich mir deswegen auch keine Minute Gedanken machen möchte. Aber die Sache ist auch die, dass ich mir dann überlege, was sich die Nachbarn überlegen. Und dann komme ich zum Schluss, dass sie mich (bzw. uns) für junge, degenerierte Städter halten, die keinen Sinn für Natur und deren Schönheiten haben (was definitiv nicht stimmt, weil ich schöne Landschaften sehr wohl zu schätzen weiss und diese aus dem Auto auch immer wieder bewundere).

Das Resultat ist folgendes. Ich gehe dann zum Gärtner und kaufe mir für viel viel Geld Blumen, deren Namen ich noch nie gehört habe und mir auch nicht merken kann. Ich fahre nach Hause, jäte einen Tag lang meinen eigentlich winzigen Garten, der mir vor allem beim Jäten so winzig gar nicht erscheint, pflanze dann die lustigen bunten Blumen und falle später am (langen, sehr langen) Tag total erschöpft ins Bett.

Am nächsten Tag habe ich Muskelkater an Stellen, an denen ich gar keinen Muskel vermutet hätte und einen Garten, der aussieht, als hätte sich jemand einen schlechten Scherz aus zwei Beeten und ein paar Topfpflanzen geleistet.

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Selbstgemacht

March 27th, 2006 No comments

Es gibt Dinge, die richtig blöd und scheisse sind. Zum Beispiel selbst gebastelte Geschenke. Klar gibt es Menschen, die ein gewisses Talent haben und deren so genannte Kunstwerke dann auch einigermassen passabel aussehen. Aber sind wir doch mal ehrlich. Meistens sehen selbst gefertigte Dinge einfach nur selbst gemacht aus. Das gilt für das gehäkelte Deckchen genauso wie für den selbstgeschweissten Schirmständer. Solche Geschenke sind No-Gos, schlicht inakzeptabel, einfach unter jeder Sau, sozusagen.

Und nein, auch gebastelte Geschenke von Kindern sind definitiv nicht süss. Es mag süss sein, dass diese Kinder sich bemüht haben oder dass sie überhaupt daran denken, aber die fertigen Produkte sind eigentlich immer nur hässlich und häufig auch für gar nichts zu gebrauchen. Und wenn man die Gegenstände doch noch gebrauchen könnte (wahlweise angemalte Kleiderbügel / Eierbecher / Topflappen), wird man sie nie benützen, weil sie eben hässlich, hässlich, hässlich sind (wiederhole ich mich etwa?).

Also, liebe Väter, die Ihr mit geschwellter Brust die lustigen und sehr sehr bunten Bilder Eurer Sprösslinge im Büro prominent plaziert aufhängt, merkt Euch eines: NIEMAND MÖCHTE DIESES GESCHLIRGGE SEHEN.

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