Klingelingeling

January 25th, 2012 Diva No comments

Ich mag Werbeanrufe und Werbeanrufende nicht so sehr und habe mir deshalb vor längerer Zeit eine Strategie festgelegt. Immer, wenn jemand anruft und mir etwas verkaufen möchte, sage ich gar nichts, sondern lege den Hörer hin und gehe weg. Ich antworte nicht, ich rufe nicht aus, ich schimpfe mit niemandem. Mein Mann findet das sehr irritierend, aber es ist für mich die nervenschonendste Art und Weise, mit diesen Belästigungen klar zu kommen. Wenn ich nämlich einmal angefangen habe, mit der Person am anderen Ende der Leitung zu kommunizieren, rege ich mich früher oder später über seine mangelnde Intelligenz und/oder seine mangelnden Deutschkenntnisse und/oder seinen fehlenden Anstand auf. So aber geht das nun prima. Und falls es jemanden interessiert. Die meisten beenden das Gespräch nach ungefähr 45 Sekunden. Schnellmerker, kann ich da nur sagen.

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Replik

January 16th, 2012 Diva No comments

Hier die Antwort der Migros – ich hatte das Schreiben korrekt frankiert mit der Schweizerischen Post zugestellt.

***
Sehr geehrte diva

Besten Dank für Ihre Mitteilung via M-Infoline betreffend des gekauften Gewürzschinkens.
Wir schätzen es immer sehr, wenn sich unsere Konsumenten mit Lob und Kritik an uns wende. Dies hilft uns, unsere Leistungen permanent zu verbessern und die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden sicher zu stellen.
Wir haben unseren Lieferanten angewiesen, bei der Produktion und beim Schneiden vom Gewürzschinken besser Sorgfalt walten zu lassen, damit sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt.

Wir hoffen, dass Sie trotz dieses Vorfalles das Vertrauen in unsere Produkte nicht verloren haben und freuen uns, Sie auch in Zukunft zu unseren geschätzten Kunden zu zählen.

Freundliche Grüsse
Productmanagement Charcuterie

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Gewürzschinken

December 29th, 2011 Diva 4 comments

An: Migros

Sehr geehrte Migros

Neulich habe ich – wie schon oft in der Vergangenheit – eine Packung Gewürzschinken in einer Ihrer Filialen erstanden. Als ich die Packung am Familientisch öffnete (auf die Verpackung ansich komme ich gerne in einem separaten Schreiben zurück), habe ich mich – wie schon oft in der Vergangenheit – geärgert und ich erläutere Ihnen gerne wieso.

Ich weiss nicht, wie es anderen Kunden so geht, aber ich mag Gewürzschinken, insbesondere den Gewürzrand. Würde ich den Gewürzrand am Gewürzschinken nicht mögen, würde ich keinen Gewürzschinken sondern normalen Schinken kaufen. Wenn Sie aber einen Teil des Gewürzschinkens abschneiden müssen, damit der Gewürzschinken in die Verpackung passt, ärgert mich das, weil dann der Teil des Gewürzschinkens abgeschnitten wird, der mich veranlasst, überhaupt Gewürzschinken und nicht normalen Schinken zu kaufen.

Bestimmt haben Sie ganz viele kluge Köpfe angestellt, die sich Gedanken über Produkteverpackungen machen. Ich finde, dass es also nicht meine Aufgabe ist, Ihnen eine Lösung zu präsentieren. Ich gebe Ihnen aber gerne einen Impuls in Form von zwei verschiedenen Lösungsansätzen. Der erste ist, dass Sie die Verpackung um den Teil vergrössern, den Sie beim Gewürzschinken jeweils abschneiden müssen um ihn passend zu machen. Der zweite ist, dass sie den Gewürzschinken längs statt quer in die Packung legen.

Ich werde mich aber gerne über den Grund, weshalb das nicht so einfach machbar ist, aufklären lassen.

Freundliche Grüsse

diva

PS: Falls Sie sich fragen, ob ich nichts besseres zu tun habe, so lautet die Antwort: nein.

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Der verflixte Nano

December 9th, 2011 Diva 1 comment

Vor sechs Jahren habe ich in Seoul einen iPod Nano gekauft. Diesen hier.

Mitte November dann hatte ich auf einmal ein Mail von Apple in der Mailbox in welchem von einem Rückruf die Rede war. Es betraf alle Nanos, die zwischen September 05 und Dezember 06 gekauft wurden, also auch meinen. Ich surfte mich also wie von Apple aufgefordert durch ihre Supportseiten und erhielt irgendwann eine Reparatur-ID plus ein Mail, in dem stand, dass mir innert 10 Tagen eine Anweisung zur Rücksendung sowie das Verpackungsmaterial geschickt würde. Ich müsse den Nano in genau dieser Verpackung einschicken, denn wenn nicht, könne der Nano aufgrund unsachgemässer Verpackung beim Transport beschädigt werden und wäre dann leider für einen Umtausch nicht qualifiziert. Alles klärchen.

Die zehn Tage verstrichen.

Es verstrichen nochmals zehn Tage. Und hey, wer mir so klare Anweisungen gibt, soll sich auch seinerseits daran halten, finde ich, deshalb klickte ich mich erneut durch die Supportseiten und erreichte, dass mich eine Customer Care Mitarbeiterin anrief, mit der ich dann geschlagene 21 Minuten lang den Fall besprach. Am Ende wurde mein Reparaturfall gelöscht, ein neuer eröffnet und mir versichert, dass jetzt alles glatt nach Plan liefe.

Gestern kam ein UPS Mann bei mir vorbei. Er drückte mir ein Paket in die Hand und sagte, er hätte ein neues Gerät für mich und würde das alte Gerät jetzt mitnehmen. Ich fand das etwas merkwürdig, weil im Mail, das ich von Apple erhalten hatte zwar stand, dass ein UPS-Mensch vorbeikommen würde, dass er aber nur das Gerät abholt. Ich nahm das Paket entgegen und händigte ihm meinen alten Nano aus. Der UPS-Mann sagte, das würden sie immer so machen (logisch).

Als er weg war und ich das Paket aufmachte, fand ich darin Verpackungsmaterial um den Nano einzuschicken.

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Samichlaus oder nicht

November 10th, 2011 Diva 2 comments

Jetzt, da wir kleine Kinder haben, die langsam zu mittelgrossen Kinder heranwachsen, stellen sich Fragen, über die wir uns bis dato kaum Gedanken gemacht haben.

Eine ist die Frage, ob es in unserer Welt einen Samichlaus gibt und wenn ja, wie lange. In meiner Welt gibt es ihn nicht. In Sams Welt gibt es ihn, solange die Kinder nicht selbst daraufkommen, dass es ihn nicht gibt. Aber was genau ist denn toll am Samichlaus? Dass sich das Kind fast in die Hose macht und wenn möglich Angst hat, vom bärtigen Mann in den Sack gesteckt und in den Wald geschleppt zu werden? Kaum.

Wenn es nach mir ginge, würde das etwa so ablaufen: Hört mal, meine Kinderchen – die Sache mit dem Samichlaus ist eben so: Alles erstunken und erlogen, gibt es nicht, ende und gut. Da habt ihr ein paar Nüssli und Manderinli.

Wie sehr leiden die Kinder aber darunter, wenn Theater-Samichlaus mit Theater-Schmutzli und Theater-Vieh bei den Nachbarn Halt macht und bei uns nicht? Müssen wir die Illusion wahren und den Kindern eine Erinnerung an etwas, das es gar nicht gibt, mit auf den Weg geben? Ich weiss nicht recht.

Aber kürzlich kam ein Formular ins Haus geflattert, mit welchem wir einen Samichlaus bestellen könnten. Name des Kindes, Alter des Kindes, Name der Eltern und Grosseltern, Eigenschaften der Kinder, Schulklasse und Name des Lehrers und noch vieles mehr muss vermerkt werden. Dass sie kürzlich im Zoo artig waren, neulich beim Einkaufen aber nicht so sehr. Dass sie das Zimmer nicht schön aufräumen und die Zähne nur widerwillig putzen. Und dieses Formular schicken wir dann einer uns unbekannten Person, die dann einen uns unbekannten Samichlaus schickt, der vor dem Haus an einer zuvor vereinbarten Stelle die von mir gefüllten und bereitgestellten Samichlaussäckli nimmt, bei uns an der Tür klingelt, unseren Kindern einen Schrecken einjagt, ihnen vorhält, sie hätten ein Puff im Zimmer und sich lausig benommen beim Einkaufen und ihnen dann am Ende das besagte Säckli in die Hand drückt. Also ich finde das nicht so der Bringer.

Und dann, in ein paar Monaten, fängt die Diskussion von vorne an. Dann heisst es nicht Samichlaus sondern Osterhase. Ich freue mich schon.

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